Kommentar
«Chefsache»: Eine zweite Chance für den Stadttunnel

Co-Chefredaktorin Rahel Hug über die geplante Richtplananpassung mit einem Zuger Zentrumstunnel.

Rahel Hug
Rahel Hug
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Der Verkehr ist in der Stadt Zug ein Dauerbrenner. Zu Stosszeiten ist auf den Hauptachsen der Innenstadt kaum ein Durchkommen. Mit der Ablehnung des Stadttunnels an der Urne 2015 war das Problem aufgeschoben, aber nicht aufgehoben. Alternative Lösungen liessen in der Folge auf sich warten. Jetzt nimmt der Kanton einen neuen Anlauf, indem er vorschlägt, einen Zentrumstunnel in den Richtplan aufzunehmen.

Die bis Mitte Mai laufende Mitwirkung wird zeigen, wie hoch der Rückhalt für ein neues Tunnelprojekt ist. An der Ausgangslage, dem grossen Verkehrsaufkommen in der Stadt Zug, hat sich wenig geändert. Die Sensibilität für Mobilitätsthemen und die Verkehrsberuhigung von Stadtzentren ist aber durchaus gewachsen. Entsprechend hat das Anliegen eine zweite Chance verdient. Wichtig ist, dass die Verantwortlichen die richtigen Lehren aus der Ablehnung von 2015 ziehen. Die hohen Kosten von 890 Millionen Franken waren damals ein wesentlicher Grund für das deutliche Scheitern des Projektes.

Die nun vom Kanton bevorzugte Variante des Stadttunnels würde mit 600 Millionen Franken zu Buche schlagen. Einiges weniger als die letzte Variante, aber immer noch eine grosse Stange Geld. Mit einem signifikanten Unterschied: Heute schreibt der Kanton Rekordergebnisse, könnte sich also einen Tunnel durchaus leisten. Jetzt gilt es, die politischen Player und vor allem auch die Bevölkerung ins Boot zu holen.