Leserbrief
Zweierlei Mass bei Vergaben

Gedanken zu den vergangenen Olympischen Spielen

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Die Olympischen Winterspiele in Peking sind Geschichte. Diese Spiele allerdings hinterlassen mehr als nur einen schalen Nachgeschmack. Denn die Vergabe sportlicher Grossveranstaltungen an totalitäre Staaten waren schon immer höchst umstritten. So wurden die Olympischen Sommerspiele 1980 abgehalten in der damaligen Sowjetunion nach dem Einmarsch sowjetischer Truppen in Afghanistan zur Jahreswende 1979/80. Sie wurden von vielen westlichen und muslimischen Ländern boykottiert.

Für die Zukunft muss die Frage im Vordergrund stehen, inwieweit Staaten, in denen nicht einmal ein Mindeststandard an Menschenrechten existiert und Ethnien brutal unterdrückt werden, für solche sportlichen Grossevents überhaupt noch berücksichtigt werden können. Oder darf sich zum Beispiel China, nur weil es als Grossmacht im Weltgeschehen dasteht, alles erlauben?

Generell gewinnt man den Eindruck, dass beim Entscheid über den Austragungsort von Olympiaden und Weltmeisterschaften mit zweierlei Mass gemessen wird. Olympische Sommerspiele oder eine Fussball-WM in Südafrika während der Apartheid-Ära wären wohl schlicht undenkbar gewesen.

Otto Rölli junior, Menzingen