Leserbriefe
Zwei SVP-Mandatsträger wehren sich für ihren Finanzdirektor

«Tännler sieht keinen Ausstandsgrund», Ausgabe vom 21 Juli. Monat

Drucken

Mit Interesse habe ich in den letzten Tagen die Artikelserie über die Causa Bahnhöfli Oberägeri gelesen. Solche Geschichten über «tote Pferde» werden immer dann wieder aus dem Archiv gezerrt, wenn saure Gurkezeit herrscht, also jetzt. Kritisiert wurde in dieser Angelegenheit die unlautere Art der Gemeinde, den Deal abzuhandeln. Das Ganze entpuppte sich aber zügig als Schaumschlägerei; selbst die Staatsanwaltschaft hat die Untersuchungen eingestellt und damit abgewiesen, also ist die Sache auch juristisch erledigt. Die Famo, die Klägerin, hat verloren, Punkt! Nicht so aber für den linken Autor der «Zuger Zeitung», der seit kurzer Zeit den neuen Spürhund für die Chefredaktion spielt.

Nachdem hinter jeder Tür, die er eingetreten hat, nichts war, geht er nun in seiner dritten Version mit einem dilettantischen Angriff auf Regierungsrat Tännler los. Tännler, der Inbegriff eines erfolgreichen, anpackenden, arbeitssamen Exekutivlers, der als Baudirektor und nun als Finanzdirektor Enormes für Zug geleistet hat und immer noch leistet! Was soll das? Die von Tännler vor mehr als 20 Jahre vertretene Partei ist nicht in den Rechtsstreit involviert. Der Autor hat nicht begriffen, dass die Famo gegen die Gemeinde Oberägeri klagte und verlor. Die Familie Pierson bzw. deren Firmengruppe hat mit der Klage also nichts zu tun! Das sollte auch ein Journalist vom Niveau des Autors verstehen können. Mir gibt es zu denken, dass unser Lokalblatt, mitgeführt von einem Chefredaktor, der nicht als SVP- hingegen als Mitte-Freund bekannt ist, sich auf dermassen bedenkliches, unhaltbares Niveau begibt. Ich frage mich, wie lange die Luzerner Zentrale bzw. die Aargauer Konzernleitung von CH Media dem unwürdigen Treiben bei der «Zuger Zeitung» noch zuschaut. Wenn das Niveau des heutigen Journalismus so weitergeht, dann Gnade Gott!

Adrian Risi, Kantonsrat SVP und Unternehmer, Zug


Als ich den Artikel in der «Zuger Zeitung» zum Thema «Tännler sieht keinen Ausstandsgrund» gelesen habe, musste ich einmal mehr feststellen, dass Fairness im journalistischen Diskurs zur Politik auf sich hoffen lässt. Es geht um das alte Bahnhöfli in Oberägeri und eine damit verbundene Beschwerde der unterlegenen Kaufpartei an den Zuger Regierungsrat im Jahr 2019. Der Regierungsrat hat diese übrigens inhaltlich gar nicht behandelt, die Beschwerde scheiterte an formalen Gründen. Es bleibt daher ein Verkaufsgeschäft einer Liegenschaft der Gemeinde Oberägeri, welches mit dem Kanton Zug und den sieben Regierungsräten nichts tun hatte. Nichtsdestotrotz konstruiert der Redaktor der «Zuger Zeitung» einen abstrusen Zusammenhang und zeichnet ein Bild, in dem man meinen könnte, der Zuger Finanzdirektor Heinz Tännler hätte bei einem unlauteren Kauf mitgeholfen. Aus der einleitenden Beschreibung des Sachverhaltes in diesem Leserbrief ist nachvollziehbar, dass das gar nicht möglich war und somit nicht den Tatsachen entspricht. Das vom Journalisten beschriebene Konstrukt, dass er von vor 20 Jahren herbeizieht, wirkt auf mich etwa so real wie die Verschwörungstheorie, dass ein Nano-Chip im Impfstoff versteckt sei. Doch was bleibt? Im Sommerloch hat die «Zuger Zeitung» mit einer ganzen Seite dem Finanzdirektor zumindest indirekt unlauteres Geschäftsgebaren unterstellt und die Verletzung von Ausstandsgründen, was ebenfalls formell und inhaltlich falsch ist. Aus dem Artikel wird schnell klar, dass die Geschichte nicht schlüssig ist, Fleisch am Knochen vermissen lässt. Sie hinterlässt aber den unangenehmen Nachgeschmack, dass die Medien aus einer Lust und Laune mit dem Renommee angesehener Politiker spielt und ohne weitere Bedenken deren Ruf beschädigt. Aus Langeweile im Sommerloch, aus Mutwilligkeit oder weil man es nicht besser kann? Ich weiss es nicht, aber es stimmt mich nachdenklich.

Gregor R. Bruhin, Gemeinderat SVP, Zug