Zug/Fürstenfeld
Statt Europafahnen soll anderes an Zugs Hilfe erinnern

Die politische Kontroverse um flatternde Europafahnen in der Stadt Zug geht in eine weitere Runde. Die SVP-Fraktion im Grossen Gemeinderat ändert in einem Postulat zwar die Argumentation, nicht aber das Ziel.

Harry Ziegler
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Schon einmal hat die SVP im Zuger Stadtparlament versucht, die Europaflaggen, die in der Stadt Zug wehen, abhängen und durch die Stadtzuger Fahne ersetzen zu lassen. Der Stadtrat sah dafür keinen Anlass. In seiner damaligen Antwort erklärte der Stadtrat, dass die Europafahnen als Auszeichnung des Europarats für die Hilfe Zugs an Fürstenfeld in den Jahren 1946 bis 1948 verliehen worden sind.

In einem Postulat zur selben Frage ändert die SVP-Fraktion nun Ton und Argumentation. Das Ziel jedoch, die Europafahnen aus dem Zuger Stadtbild zu entfernen, bleibt.

Hilfeleistung in Erinnerung behalten

«Mit Stolz schauen wir zurück auf die Hilfeleistung der Stadtzuger Bevölkerung an die Gemeinde Fürstenfeld in den Jahren 1946 bis 1948», schreibt die Fraktion im Postulat «Werte, Institutionen – und Flaggen». Während in Zug die Europaflagge weht, wird die Stadt Zug in Fürstenfeld in der Steiermark anders gewürdigt: «In Fürstenfeld finden sich dagegen das Zuger Fenster mit Glasscheiben von Eugen Hotz und die Zuger Fahne im Rathaus sowie der Stadt-Zug-Platz (als Verkehrskreisel mit Springbrunnen) und eine Kamer-Strasse (Stadtpräsident von Zug Othmar Kamer, eigentlicher Vater der Verschwisterung).» Die SVP-Fraktion ist der Meinung, dass diese Hilfeleistung in Zug in Erinnerung behalten werden soll:

«Auch finden wir, dass mehr daraus gemacht werden kann, als einfach die Europafahne im Wind wehen zu lassen. Aus unserer Warte kann die Hilfeleistung nicht hoch genug gehalten werden, weil es Privatpersonen waren, welche die Initiative ergriffen haben.»

Die Fraktion fragt den Stadtrat, ob eine Vorlage ausgearbeitet werden könne, die Vorschläge unterbreitet, damit die damalige Hilfsaktion der Bevölkerung in gebührender Erinnerung bliebe. Die Europafahne tue dies nicht in genügendem Ausmass. «Bleiben die Ideen aus, könnte der Stadtrat anstelle der Europafahne einfach die Fürstenfelder Fahne hissen», so der Vorschlag der SVP-Fraktion.