Zug
Reformierte Kirche nimmt nach einer Coronapause die Finanzberatung wieder auf

Das niederschwellige Angebot der Triangel-Beratung startet am 15. September. Gerade im Kontext der Pandemie hätten viele Menschen mit Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit oder Krankheit und den daraus resultierenden finanziellen Problemen zu tun, so die Kirche.

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Thomas Hausheer (Kirchenrat, Ressort Triangel-Beratung) und André Widmer (Stellenleiter Triangel-Beratung).

Thomas Hausheer (Kirchenrat, Ressort Triangel-Beratung) und André Widmer (Stellenleiter Triangel-Beratung).

Bild: PD/Erik Brühlmann

(rh) Nach einer coronabedingten Pause nimmt die Triangel-Beratung der reformierten Kirche Zug ihr «Budget-to-go-Angebot» wieder auf. Ab dem 15. September können in der Bibliothek Zug Interessierte wieder kostenlos, ohne Voranmeldung und vertraulich Fragen rund um finanzielle Anliegen stellen.

André Widmer, Stellenleiter Triangel, ist sichtlich erleichtert, wie es in einer Medienmitteilung der reformierten Kirche heisst: «Das hat uns schon sehr zu schaffen gemacht. Gerade während der Pandemie hatten viele Menschen mit Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit und den daraus resultierenden finanziellen Problemen zu tun. Aber natürlich stand die Gesundheit von Mitarbeitenden und Beratung-Suchenden an erster Stelle.»

Umso erfreulicher sei es, dass diese Durststrecke nun vorüber ist und Triangel in Kooperation mit der Bibliothek Zug wieder für alle zur Verfügung steht. Jeweils an einem Tag im Monat können während eines zweistündigen Zeitfensters Fragen zu Finanzthemen gestellt werden. Egal ob Familien, Paare, Alleinerziehende oder Jugendliche – in 20 Minuten erhalten sie erste Orientierung, Hilfestellungen sowie Tipps und Tricks.

Es kann jeden treffen

Dass finanzielle Sorgen auch im reichen Kanton Zug ein Thema sind, ist vielleicht nicht jedem bewusst. André Widmer führt aus: «Natürlich haben wir sozial schwächere Mitbürger hier im Kanton. Aber Finanzsorgen machen auch vor gut situierten Personen nicht Halt: Da kann durch einen ungeahnten Jobverlust, Krankheit oder Scheidung sehr schnell etwas finanziell aus dem Gleichgewicht geraten.» Gerade, weil es jeden treffen kann, sei ein niederschwelliges Angebot mitten in der Stadt so wichtig. «Die sehr gute Nutzung des Angebotes vor der Coronapause zeigt, dass das Triangel-Konzept den Nerv der Zugerinnen und Zuger trifft», schreibt die Kirche.

Neu findet die Budget-to-go-Beratung nicht mehr direkt in der Bibliothek statt, sondern im «SO20 - Haus zum Lernen» gegenüber. Die Räumlichkeiten bieten mehr Platz und vor allem grössere Privatsphäre. Ausserdem fühlen sich die Nutzer der Bibliothek nicht mehr durch Gespräche gestört. Neu sind auch unterschiedliche Zeitfenster am Morgen und späten Nachmittag, um den unterschiedlichen Verfügbarkeiten der Interessierten besser gerecht zu werden.

Thomas Hausheer, Kirchenrat der Reformierten Kirche Kanton Zug und zuständig für die Triangel-Beratung, stellt fest: «Wir bleiben auf diese Weise mitten in der Stadt und führen unsere bewährte Kooperation mit der Bibliothek Zug fort. Wir gehen aber noch mehr auf die Wünsche unserer Kunden ein und helfen, damit die Hürde abermals zu senken, einfach bei uns vorbeizukommen.» Thomas Hausheer und André Widmer arbeiten seit Jahren gemeinsam an der konzeptionellen Weiterentwicklung der Finanzberatung von Triangel. Wichtig ist ihnen ein frühes Ansetzen der Beratung, Anleitung und Hilfestellung, sodass die Kunden befähigt werden, selbstbestimmt und vorausschauend mit ihren Finanzen umzugehen. Prävention sei hier das Schlüsselwort.

Das Modell rechnet sich für den Kanton

Auch das Zugehen auf Firmen und Institutionen gehört zur Strategie, das Angebot im Kanton zu verankern und in Partnerschaften weiterzuentwickeln. Die Rechnung gehe auf: Für jeden in das Beratungsangebot investierten Schweizer Franken erhält die Gesellschaft 3 Franken zurück. Diese setzen sich zusammen aus den Steuer-, Krankenkassen-, Kleinkredit- und weiteren Schulden, die durch die Beratung vermieden oder minimiert werden können.

Ein weiterer Mosaikstein im Portfolio wird die Zusammenarbeit mit der Initiative «Zuger helfen Zugern» sein. «Budget to go» wird regelmässig vor Ort seine Beratung anbieten, wenn Zugerinnen und Zuger gespendete Sachen abholen. «Wir gehen auf die Leute zu und sind da. Wir wollen nicht warten, bis es im Zusammenhang mit Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Trennung zu spät ist», sind sich Hausheer und Widmer einig.

Der erste Termin findet am Mittwoch, 15. September, von 17 bis 19 Uhr statt. Weitere Infos gibt es hier.