Zug
«Ich kann mir nicht vorstellen, wer so etwas macht»: Unbekannter reisst Schutzzaun aus und stiehlt Lindenbaum

Am Rägetenweg, oberhalb der Stadt Zug, ist ein kürzlich gesetzter Lindenbaum spurlos verschwunden. Der Landwirt ist ratlos und der Verein Kloster Maria Opferung, auf dessen Grundstück der Baum gestohlen wurde, hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

Pascal Linder Jetzt kommentieren
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Landwirt Christian Horat staunte nicht schlecht, als er morgens um 9 Uhr mit dem Auto auf seinem Pachtland unterwegs war: Dort, wo eigentlich ein rund 1 Meter hoher Lindenbaum stehen sollte, war nichts mehr vorzufinden. Der junge Lindenbaum, welcher erst im Frühling gesetzt wurde, ist spurlos verschwunden.

Das Perfide: Auch der Schutzzaun aus Draht wurde ausgerissen – er lag mit den Eisen- und Holzpfählen im Gras. Passiert ist das am Rägetenweg, der die Kapelle St. Verena mit der Waldheimstrasse verbindet, am Fuss des Zugerbergs:

Weshalb sich jemand an den Baum rangemacht hat, ist nicht bekannt. Horat hat jedenfalls kein Verständnis für die unbekannten Langfinger:

«Ich kann mir nicht vorstellen, wer so etwas macht. Ich habe einfach Mühe damit.»

Ein grosser Baumstrunk weist darauf hin, dass an derselben Stelle schon vorher Jahrzehnte lang ein Lindenbaum das Landschaftsbild prägte: «Weil die vorherige Linde durch einen Blitzeinschlag stark beschädigt worden war, musste der Baum vergangenen Winter sicherheitshalber gefällt werden», sagt Horat.

Auch das Bänkli der Stadt Zug wurde dann entfernt. Als die Linde gefällt wurde, habe es einige negative Rückmeldungen aus der Bevölkerung gegeben – viele hätten den Baum vermisst. Denn der Rägetenweg ist bei Spazierenden ein beliebtes Ziel.

Landwirt Christian Horat zeigt, wo der Lindenbaum ausgerissen wurde.

Landwirt Christian Horat zeigt, wo der Lindenbaum ausgerissen wurde.

Bild: Matthias Jurt (Zug, 8. Juni 2022)

Auch für den Verein Kloster Maria Opferung, dem das Grundstück gehört, war klar, dass dort wieder eine neue Linde gepflanzt werden soll. Entsprechend setzte der Verein im Frühling an derselben Stelle eine neue Linde – die Freude über den frisch gesetzten Baum währte jedoch nur bis am Donnerstag letzter Woche.

Pia Iten ist Verwalterin des Vereins Kloster Maria Opferung, auf dessen Grundstück der Lindenbaum verschwunden ist. Sie sagt: «Wir sind sehr überrascht, dass der Baum weg ist. Das ist sehr schade, denn die Linde wurde in der Bevölkerung geschätzt.» Auch die Polizei ist mittlerweile eingeschaltet. Iten sagt:

«Selbstverständlich mussten wir nun Anzeige gegen Unbekannt erstatten.»

Ans Aufgeben denkt der Verein Kloster Maria Opferung jedenfalls nicht – auch künftig soll an der besagten Stelle ein Lindenbaum stehen: «Wir versichern, dass wir im Herbst wieder einen neuen Lindenbaum pflanzen werden», sagt Iten. Auch für Landwirt Horat ist klar:

«So wie es jetzt aussieht, fehlt einfach etwas.»
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