ZUG: Das «Fest der Vielfalt» im Mercato

Im «Lade für Soziokultur» an der Kirchenstrasse 7 haben Anfang Dezember verschiedene Veranstaltungen und Projekte der Jugendanimation Zug stattgefunden.

Julian Koller
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Rico Unternährer hat zusammen mit einem Team diese Werke geschaffen. (Bild: Werner Schelbert (Zug, 3. Dezember 2016))

Rico Unternährer hat zusammen mit einem Team diese Werke geschaffen. (Bild: Werner Schelbert (Zug, 3. Dezember 2016))

Julian Koller

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Der Mercato der Jugendanimation hat sich grossen Zulaufs unter Zugern und Auswärtigen jeden Alters, zur grossen Zufriedenheit des Projektverantwortlichen Patrick Leemann, erfreut. «Am Freitagabend hat man uns fast die Türen eingerannt», sagt er. Tatsächlich hat das breit gestreute Programm des Mercato von Lesungen über Abendessen bis zu Do-it-yourself-Work­shops für jeden etwas zu bieten gehabt. Wie diese Auswahl zu Stande kam, erklärt Patrick Leemann mit grosser Begeisterung: «Von Beginn an ging es bei diesem Projekt darum, zusammen mit einer Gruppe von Jaz-Nutzern (Jugendanimation Zug, Anm. d. Red.) etwas wirklich Kreatives auf die Beine zu stellen. In diesem Projektteam kamen unglaublich viele Ideen zusammen. Letztlich beschränkten wir uns dann auf eine Auswahl von tatsächlich umsetzbaren Programmpunkten, für die unsere Herzen besonders hoch schlugen.»

Freitags fand im Rahmen des Mercato eine sogenannte «Best of»-Lesung statt – und zwar mit Texten und Gedichten des «Writers Klub». Das Besondere daran: Alle Autoren haben einen Migrationshintergrund, was sie auch in Form einer ganz besonderen Würze in ihre Texte einfliessen liessen. Der Projektverantwortliche des «Writers Klub» Alfredo Torres (34) kommt selbst ursprünglich aus Peru, spricht inzwischen aber fliessend Deutsch. Anderen Migranten dabei zu helfen, die Sprachbarriere zu überwinden, ist ihm ein wichtiges Anliegen. «Für Ausländer ist fast immer die erste und schwerste Hürde die Sprache», sagt Torres. Eine Sache aber haben gemäss ihm alle Geschichten gemein. «Jede Erzählung enthält auch einen Teil der Lebensgeschichte des Schreibenden. Zum Beispiel gewährt uns eine Autorin einen Blick auf die Art und Weise, wie Frauen in ihrer Heimat behandelt werden.»

Eigene Notizhefte binden

Abgesehen vom Kulturellen kann man am Mercato auch das eine oder andere ganz praktisch Anwendbare lernen. Einer dieser Workshops wird von der Stadtzugerin Martina Birrer geleitet. Sie bringt ihren Kursteilnehmern im Buchbinde-Atelier bei, wie eigene Notizhefte gebunden werden können. Die Eigenkreationen können selbstverständlich mit nach Hause genommen werden. Aber auch das erlernte Wissen kann im Nachhinein noch nützlich sein. «Seit ich das kann, musste ich mir nie mehr ein Notizheft kaufen», erklärt Martina Birrer lachend. Was sie am Mercato ganz besonders geniesst, ist die Möglichkeit, mit Leuten in Kontakt zu kommen, die sie sonst nicht kennen lernen würde. Dementsprechend würde sie den Mercato in wenigen Worten auch als «Fest der Vielfalt» zusammenfassen.