Zug
Bei diesen Fussballspielen geht es darum, Kulturen zusammenzubringen

Die Fachstelle Migration Zug organisierte die erste Fussball-WM der Nationen. 16 Mannschaften kämpften in Rotkreuz um den ersten Preis.

Katarina Lancaster
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Fussball-WM der Nationen. Im Bild spielen Anatolien (blau) gegen ACRP Baar (weiss/rot).

Fussball-WM der Nationen. Im Bild spielen Anatolien (blau) gegen ACRP Baar (weiss/rot).

Bild: Roger Zbinden (Rotkreuz, 18. Juni 2022)

Sogar der Samariterhund leckte bei der Hitze am vergangenen Samstag im Sportpark Rotkreuz fieberhaft an einem Eis. Doch den Sportsgeist liess sich durch die hohen Celsiusgrade niemand nehmen. Zum ersten Mal traten hier nämlich 16 internationale Teams an, um bei einer freundschaftlichen Fussball-WM um den Siegerpokal zu ringen.

Organisiert wurde die Veranstaltung von der Fachstelle Migration Zug, um die kulturelle Vielfalt im Kanton zu feiern. «Im Fussball gelten weltweit die gleichen Spielregeln. Sprache, Kultur und Hautfarbe sind beim Fussballspiel keine Barrieren», betont Esther Dunn, Geschäftsführerin Fachstelle Migration Zug (FMZ).

Auch die weniger Sportbegeisterten kamen bei der Veranstaltung auf ihre Kosten, denn für kulinarische Vielfalt, Abkühlung und Unterhaltung sorgten internationale Essstände und Tanzgruppen.

Spiel, Spass, Siegerehrung

Die Idee für das WM-Turnier hatte die FMZ bereits vor der Coronapandemie. Die Fachstelle organisiert unter anderem auch das «Fest der Nationen», das alle drei Jahre in Zug stattfindet und für 2023 geplant ist. Damit die Fussball-WM aber zum Spassfest für alle wird, musste jedes der Teams mindestens zwei Frauen und Kinder einbeziehen. Anmelden konnte sich online jeder Mann und jede Frau, mit oder ohne eines bereits bestehenden Teams.

Von 9 Uhr morgens bis 17 Uhr schwitzten und kämpften sich die Mannschaften trotz des immerzu steigenden Temperaturpegels nach vorne.

Die Trikots in den verschiedenen Nationalfarben trugen die Mannschaftsmitglieder mit Stolz, doch während der einzelnen Matches waren die Spieler durch einen gemeinsamen Spielgeist vereint. «Nach der Corona-Missstimmung machte es irrsinnig viel Spass, heute dabei zu sein!», lachen Paul Harsant und Mark Newman vom Team GB, während sie nach Luft schnappen. Das Team wurde aus Schülern und Lehrern der International School of Zug zusammengestellt.

Auch die Schweiz war bei der WM als Team Schwiizer Nati vertreten. Mit von der Partie waren unter anderem Roland Zerr, Gemeinderat Risch, sowie Urs Raschle, Stadtrat von Zug, als Torwart.

Ein Spieler des FC Bosna testet den Goalie der Schwiizer Nati, den Zuger Stadtrat Urs Raschle.

Ein Spieler des FC Bosna testet den Goalie der Schwiizer Nati, den Zuger Stadtrat Urs Raschle.

Bild: Roger Zbinden (Rotkreuz, 18. Juni 2022)

Im Final standen sich Kroatien und Sri Lanka gegenüber, was mit einem Sieg 1:0 für Kroatien ausging. Der Kapitän der kroatischen Mannschaft, Leon Bogdanovic, der auch seinen jüngeren Bruder ins Team holte, sagt stolz und erleichtert: «Die Motivation im Team war grösser als die Hitze, es war toll.» Die Siegermannschaft bekam als Preis einen Voucher für ein Gemeinschaftsessen im serbischen Vereinslokal KUD Sveti Sava Zug.

Hat das Turnier gewonnen: die Mannschaft Kroatiens.

Hat das Turnier gewonnen: die Mannschaft Kroatiens.

Bild: Katarina Lancaster (Rotkreuz, 18. Juni 2022)

Spontane Tanzeinlagen

Die gute Laune begleitete das Publikum bis in die späten Abendstunden. Spontane Tanzeinlagen des Standpersonals feuerten Jung und Alt während und nach den Spielen zum Mittanzen auf, ein Wirbel aus verschiedenen Melodien und Liedern dröhnte aus den Lautsprechern.

Vielfalt nicht nur auf dem Fussballplatz. Der kroatische Verpflegungsstand. Zeljko Mak (im Bild) bereitet einen kroatischen Eintopf vor.

Vielfalt nicht nur auf dem Fussballplatz. Der kroatische Verpflegungsstand. Zeljko Mak (im Bild) bereitet einen kroatischen Eintopf vor.

Bild: Roger Zbinden (Rotkreuz, 18. Juni 2022)

Traditionelle Folkloretänze von Tanzgruppen begeisterten mit ihren Kostümen und Bewegungen. Wer bisher keine Gelegenheit hatte, kroatische Kotlovina oder spanische Paella zu kosten, konnte es an einem der sechs Essstände tun. Auch Italien, Portugal, die Türkei und Serbien boten landestypische, kulinarische Köstlichkeiten und Getränke an. Und wenn den Serben der Schnaps ausging, fragten sie einfach am Nachbarstand bei den Kroaten an.