Leserbrief
Zölibat kann nicht wirklich Gott gewollt sein

«Schwester kämpft gegen Zölibat», Ausgabe vom 18. September

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Dass der Zölibat so viel Leid bei so vielen Menschen verursacht hat und es immer noch tut, zeigt, dass er nicht Gott gewollt ist. In einer Kirche, die auf Christus zurückgeht, sollte Herzkultur leben, denn Christus ist ein reines Herzwesen, bestehend aus Liebe. Christus sagt «Ich und der Vater sind eins» und der Apostel Johannes sagte «Gott ist Liebe». Und da Vater und Sohn gleich sind, beide in der Liebe leben und vom Heiligen Geist in dieser Liebe verbunden sind, ist es unmöglich, dass der Zölibat Gottes heiligem Willen entstammt. Dass die Kirche immer noch daran festhält, trotz des unsäglichen Leides, das geschieht, ist unentschuldbar. Ob aber Papst Franziskus wagt, diesen abzuschaffen, im Hinblick der Opposition, die ihm seit seiner Wahl zum Pontifex entgegenbläst, ist fraglich. Es könnte sein, dass die Abschaffung des Zölibats eine neue Kirchenspaltung bewirken würde, und das will Papst Franziskus verhindern. Jeder kann selber feststellen, ob etwas Gott gewollt ist. Da Gott Liebe ist, wird etwas, was Gott gewollt ist, niemals derart viel Leid über viele Menschen bringen. Etwas, das Vaters Willen entspricht, trifft nur den Einzelnen, wenn er dagegen verstösst.

Gotthard Ritter, Hünenberg See