Corona
Viele Absagen: Zuger Chilbis fallen der Zertifikatspflicht zum Opfer

Die Chilbis im Kanton fallen wie Dominosteine. Dies zeigt eine kleine Umfrage bei den Gemeinden. Ganz alle wollen dennoch nicht aufgeben.

Oliver Julier
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Ob der riesige Lunapark in Baar auch dieses Jahr aufgebaut wird, steht noch in den Sternen.

Ob der riesige Lunapark in Baar auch dieses Jahr aufgebaut wird, steht noch in den Sternen.

Bild: Stefan Kaiser (Baar, 16. November 2019)

Praktisch mit dem Entscheid des Bundesrats über die Erweiterung der Zertifikatspflicht kam auch die Meldung aus Holzhäusern: Die Chilbi im «Rosengarten» am 23. und 24. Oktober findet nicht statt. Es sei den Veranstaltern nicht möglich, «im personellen Bereich die Chilbi nach den gewünschten Vorgaben zu gestalten». Die Chilbi Holzhäusern steht dabei nicht alleine da: Auch jene in Rotkreuz und Walchwil scheitern aus ähnlichen Gründen. Letztere habe sich mit der Umsetzung unter diesen neuen Umständen ebenfalls schwer getan, so Manuel Studer, Leiter der Kulturkommission in Walchwil.

Auf gute Nachrichten hoffte man auch in Steinhausen vergebens. Letzten Freitag entschied der Gemeinderat, die diesjährige Chilbi vom 22. bis 24. Oktober abzusagen. «Die erforderlichen Schutzmassnahmen hätten zu grossen Einschränkungen für die Standbetreiberinnen und -betreiber und alle Chilbibesuchenden geführt», heisst es in der Medienmitteilung des Gemeinderats. Dieser hofft jedoch, «dass die Chilbi im Jahr 2022 wieder in gewohnter Form durchgeführt werden kann».

Auch im kleinen Rahmen nicht möglich

In Neuheim war die Chilbi auf das Wochenende vom 25. September angesetzt. Dort organisiere die Kulturkommission in enger Zusammenarbeit mit den involvierten Vereinen die Dorfchilbi, erklärt Gemeindepräsident Daniel Schillig. Bereits im Sommer habe sich jedoch die Schausteller-Familie, die sich jedes Jahr den Chilbibahnen widmet, von der Veranstaltung abgemeldet. Daraufhin wurde entschieden, die Chilbi in einem kleineren Rahmen und an einem anderen Standort durchzuführen, wie Schillig beschreibt. Nach dem Entscheid des Bundesrates musste jedoch auch Neuheim kapitulieren: Die Kulturkommission und alle involvierten Vereine haben einstimmig beschlossen, die abgespeckte Version der Chilbi 2021 abzusagen.

Die grösste Chilbi im Kanton Zug könne zur Durchführung noch keine detaillierten Antworten liefern. Die zuständige Baarer Gemeinderätin Sonja Zeberg meint:

«Ob und in welcher Form die Baarer Chilbi durchgeführt werden kann, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht entschieden.»

Die zuständige Abteilung Liegenschaften und Sport sowie der Gemeinderat werden in den kommenden Wochen mögliche Szenarien und Lösungsansätze prüfen. «Die Abteilung ist deshalb auch in regelmässigem Kontakt mit den Marktstandbetreibern, den Chilbibahnen-Betreibern sowie den verschiedenen Festwirtschaftsgruppen», fasst Zeberg zusammen.

Mit getrennten Schutzkonzepten zum Ziel

In Cham sind die Pläne schon konkreter: Für den Chomer Märt sei bereits ein Entwurf des Schutzkonzeptes ausgearbeitet worden, meint Gisela Bucher, Mitarbeiterin des gemeindlichen Werkhofs und Vertreterin der Marktkommission. Sie wollen den traditionellen Märt möglichst wie gewohnt durchführen – Anpassungen brauche es dennoch. Der Chomer Märt soll in verschiedene Bereiche unterteilt werden: der klassische Marktstand im Freien ohne Zertifikat, Gastronomie und Bahnenbesuche mit Zertifikat – und folglich auch mit Eingangskontrollen.

Die Organisatoren in Oberägeri scheinen sich von der Erweiterung der Zertifikatspflicht noch weniger beirren zu lassen. Der Markt sei davon nicht betroffen und für den Lunapark reiche ein zusätzliches Schutzkonzept, wie Remo Abegg, Präsident des Organisationskomitees, auf Anfrage mitteilt. Einzig die Festbeizen mit Innenräumen wird es an der Chilbi im Oktober nicht geben.