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Zugs Captain Cleric Njau steht seiner Mannschaft bei und sagt: «Wir müssen diese Challenge annehmen.»

Erstligist Zug 94 verliert bei Köniz 0:1 zum Saisonabschluss. Captain Cleric Njau zieht Saisonbilanz beim Absteiger.

Michael Wyss
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Zugs Captain Cleric Njau (rechts) im Spiel gegen Solothurn.

Zugs Captain Cleric Njau (rechts) im Spiel gegen Solothurn.

Bild: Alexandra Wey
(23. April 2022)

Die 1. Liga Meisterschaft 2021/2022 ist für Zug 94 Geschichte. Sportlich betrachtet ist die Spielzeit mit einer grossen Enttäuschung beendet worden. Nämlich mit dem Abstieg, der schmerzt. Mit 24 erspielten Punkten nach dem 26. Spieltag bekleidete das Team von Trainer Thomas Jent den vorletzten Tabellenplatz in der 1. Liga Gruppe 2. Schlechter war nur noch Buochs mit lediglich 16 Zählern auf dem Konto. Zum Abschluss setzte es bei Köniz eine 0:1-Niederlage ab.

Trübsal blasen ist bei Zug 94 aber in diesen Tagen nicht angesagt. Die Verantwortlichen haben die Vorbereitung auf die neue Saison bereits in Angriff genommen und gehen mit grosser Zuversicht in die neue Spielzeit 2022/2023. Zug 94 auch eine Liga tiefer die Treue zeigt Captain Cleric Njau (24, Verteidiger).

«Das sinkende Schiff zu verlassen, ist immer das Einfachste. Für mich stand das ausser Diskussion»,

betonte er. Er fühle sich verpflichtet, Zug 94 auch nach der Relegation zu helfen. «Ich bin ein Teil der Mannschaft und auch mitschuldig am Abstieg. Wir haben als Team unser Ziel nicht erreicht», zeigte sich Cleric Njau emotional.

Der Abstieg wäre vermeidbar gewesen

«Es wurmt mich rückblickend, dass wir in den sauren Apfel beissen mussten, denn der Abstieg wäre zu vermeiden gewesen.» Absolut. Zug 94 hatte unter anderem in den Direktduellen den Kürzeren gezogen und wichtige Punkte liegen lassen, aber auch seine spielerischen Qualitäten nicht immer ausspielen können. Njau weiss:

«Wir haben in einigen Partien gegen Topteams ja bewiesen, zu was wir fähig gewesen wären. Das ist schon frustrierend.»

Im Abstiegskampf versagten aber die Nerven: «Wir haben viele Punkte verschenkt. Beispielsweise haben wir gegen Münsingen, welches bis zuletzt unser grösster Mitstreiter im Kampf um den Ligaerhalt war, nur ein Unentschieden geholt. Das ist zu wenig im Abstiegskampf.»

Wiederaufstieg im Visier

Dass Zug 94 in der 2. Liga interregional vor einer schwierigen Saison steht, ist sich Njau bewusst: «Wir werden die Gejagten sein, Wochenende für Wochenende. Doch wir müssen diese Challenge annehmen und alles geben, dass uns schnell eine Rückkehr in die 1. Liga gelingt, wo Zug 94 hingehört.»

Noch nicht klar ist, mit welcher Mannschaft Zug 94 im August in die neue Meisterschaft in der 2. Liga interregional startet. Im Gros bleibt der Kader bestehen. Njau:

«Dass wir nicht 20 Spieler ersetzen müssen, ist enorm wichtig. Dann wird es natürlich auch eine Liga tiefer schwierig zu bestehen, wenn man sich komplett neu formieren muss. Dass das Team im Gros erhalten bleibt, ist sicher ein Vorteil.»

Zug 94 ist eine interessante Adresse

Unklar ist auch, wer Nachfolger von Trainer Thomas Jent wird. Der 51-Jährige, der im Winter kam, wird etwas kürzertreten und im Kanton Aargau auf Stufe 3. oder 4. Liga ein Team als Co-Trainer betreuen. Laut Zug 94 Sportchef Besnik Reci (42) gibt es viele Trainerkandidaten: «Zug 94 ist eine interessante Adresse. Wir haben viele Anfragen.»

Bis wann soll der Trainer bestimmt sein? «Wir lassen uns Zeit. Es kann aber auch schnell gehen, wenn wir das Gefühl haben, den Passenden gefunden zu haben.» Als möglicher Trainerkandidat wird auch Dragoljub «Dragi» Salatic gehandelt. Der 40-Jährige, der Zug 94 aus seiner früheren Zeit als Spieler bestens kennt, hat seinen Vertrag (Gültigkeit bis 2022/2023) beim Zweitligisten Aegeri, trotz erfolgreicher Arbeit, vorzeitig auf Ende Saison gekündigt.