Volksfest
Vor 125 Jahren wurde Zug zum wichtigen Bahnknoten: Ein Meilenstein, der gross gefeiert wird

50’000 erwartete Besucherinnen und Besucher und ein Budget von 700’000 Franken: In Zug soll am 3. September das Zug Fäscht steigen. Jetzt sind die ersten Details bekannt.

Carmen Rogenmoser
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Der Bahnhof Zug heute.

Der Bahnhof Zug heute.

Archivbild: Stefan Kaiser

Der Zuger Bahnhof wurde vor 125 Jahren an seinen heutigen Standort verschoben. Ein wegweisender Schritt für die Stadt Zug und den ganzen Kanton. Dank des Anschlusses an die wirtschaftlich und politisch bedeutsame Bahnlinie Thalwil–Baar–Zug–Walchwil–Arth Goldau wurde Zug 1897 zu einem wichtigen Bahnknoten – einer der Gründe für den wirtschaftlichen Aufschwung des Kantons. Dieses Jubiläum soll gross gefeiert werden. So steigt am Samstag, 3. September, in der Stadt Zug ein grosses Volksfest: das Zug Fäscht.

Stadtpräsident Karl Kobelt.

Stadtpräsident Karl Kobelt.

Bild: PD

Die Idee dafür geht zurück auf private Initianten. Jetzt haben sie grosse Partner mit an Bord. Der Verein Kultur Fäscht hat ein Organisationskomitee bestimmt, das die operative Spitze bildet und durch ein Patronatskomitee strategisch unterstützt wird. Im Patronatskomitee sitzen neben Stadtpräsident Karl Kobelt Vertreter der SBB, der ZVB, des Verkehrshauses der Schweiz und der Zuger Kantonalbank.

Dies auch, weil sich das Zuger Jubiläum mit einem zweiten runden Datum paart: Seit 175 Jahren besteht die Eisenbahn in der Schweiz. Karl Kobelt erzählt an der ersten offiziellen Medieninformation mehrer Gründe für das Fest auf: Neben den Jubiläen sei das die Mobilität im Allgemeinen und nicht zu vergessen:

«Wir können und wollen wieder feiern.»

Dass die Zuger Feste veranstalten können, das habe man schon mehrmals bewiesen.

So haben die Organisatoren rund um die Co-Projektleiter Philipp Schweiger und Marco Schneider Feste wie die 700-Jahr-Feier der Eidgenossenschaft im Jahre 1991 oder das Landsgemeindefest von 1998 als Vorbilder im Kopf. Die Zuger Gemeinden spielen eine zentrale Rolle, indem jede ihren eigenen Festplatz organisiert. Erwartet werden am 3. September zwischen 12 Uhr mittags und 2 Uhr morgens rund 50’000 Besucherinnen und Besucher.

Ein Fest, aufgeteilt auf drei Meilen

Verkehrshausdirektor Martin Bütikofer.

Verkehrshausdirektor Martin Bütikofer.

Bild: Eveline Beerkircher

Jetzt sind erste Details bekannt: «Das Fest ist in drei Meilen aufgeteilt», sagt Philipp Schweiger: die Bahn-Meile, die Zukunfts-Meile und die Fest-Meile. In Zusammenarbeit mit dem Verkehrshaus der Schweiz und den SBB entsteht beim Güterbahnhof die Bahn-Meile. Hier ist die Geschichte der Eisenbahn ein Erlebnis für alle Sinne: Historische Züge, wie etwa die Elektrolokomotive «Krokodil» oder ein Belle Epoque-Wagen, werden ebenso zu bestaunen sein wie der SBB-Schul- und Erlebniszug oder das interaktive Bahnerlebnis des Verkehrshauses. «Wir wollen den vielen Berufen rund um die Eisenbahn ein Gesicht geben», so Martin Bütikofer, Direktor Verkehrshaus der Schweiz.

Beim Stadthaus Zug wird die Zukunft der Mobilität real. Wohin geht die Reise? Welche Fortbewegungsmittel sind für uns nachhaltig und was ist ein digitales Verkehrsnetz? Die Zugerland Verkehrsbetriebe (ZVB) und weitere Mobilitätspartner stellen dazu technologische Errungenschaften wie solar-, wasserstoff- und elektrobetriebene Gefährte, einen autonom fahrenden Bus, vollautomatisierte Fahrzeuge, Transportdrohnen und Robotik sowie dazugehörende IT-Systeme vor.

Im Rahmen der Fest-Meile präsentieren neun Zuger Gemeinden ihre Festplätze am See. Sie gestalten ihren eigenen, originellen Festplatz mit selbst gewähltem Motto und Bezug auf das Thema Mobilität. Auf den elf Bühnen präsentieren während des ganzen Tages vor allem lokale Formationen ihr Können. Risch stellt sich auf der Bahn-Meile vor, und die Stadt Zug empfängt ihre Gäste auf der Zukunfts-Meile.

Als Ergänzung wird der ehemalige Bahnhof in der Nähe seines damaligen Standort – ziemlich genau auf der heutigen Kreuzung Alpenstrasse-Bundesstrasse-Bundesplatz zwischen der (damals noch nicht gebauten) reformierten Kirche und dem heutigen Coop City – als Pavillon aufgebaut. Bereits zwei Wochen vor dem Fest kann die animierte Ausstellung zur Bahngeschichte im Pavillon besucht und erlebt werden.

Von 1864 bis 1897 war der Zuger Bahnhof ziemlich genau dort, wo heute die Kreuzung Alpenstrasse-Bundesstrasse-Bundesplatz ist.

Von 1864 bis 1897 war der Zuger Bahnhof ziemlich genau dort, wo heute die Kreuzung Alpenstrasse-Bundesstrasse-Bundesplatz ist.

Bild: PD
Bahnhofsansicht von Osten nach Westen, Aufnahmestandort ungefähr beim heutigen Eingang zum «Manor».

Bahnhofsansicht von Osten nach Westen, Aufnahmestandort ungefähr beim heutigen Eingang zum «Manor».

Bild: PD

Interessierte können zudem hautnah miterleben, wie Personen früher transportiert wurden. Im historischen Fahrzeugkorso ist es möglich, in der Gotthard-Postkutsche, dem Autobus «Orion» und in Oldtimertaxis für eine kurze Strecke selber mitzufahren.

Die Organisation sei auf Kurs, so der Co-Projektleiter Philipp Schweiger. Momentan stehe die Koordination mit den Gemeinden im Zentrum und es werden auch gemeinsam mit dem Verkehrshaus verbindende Elemente für die verschiedenen Festplätze der Gemeinden gesucht.

Keine Extra-Parkplätze für Besucherinnen und Besucher

Für das Fest sind 700’000 Franken budgetiert. Der Kanton, die Stadt Zug und die Gemeinden finanzieren davon 550’000 Franken. Die restlichen 150’000 Franken tragen die Hauptsponsorin Zuger Kantonalbank und Partner wie die Amag Gruppe, die Brauerei Baar und weitere Unterstützende bei.

SBB und ZVB sind in zwei Rollen vertreten, neben Gastgebern werden sie auch als Mobilitätsdienstleister im Einsatz sein. Zusätzliche Parkplätze für Besucherinnen und Besucher sind keine geplant. «Wir wollen, dass die Besucher mit dem öffentlichen Verkehr an unser Mobilitätsfest kommen», so Philipp Schweiger.

Kein ganz einfaches Unterfangen, werden an besagtem Datum sehr viele Zugerinnen und Zuger sowie Gäste im Kanton unterwegs sein. Neben dem Zug Fäscht findet am gleichen Wochenende auch die Schweizer Meisterschaft im Vereinsturnen in der Stadt Zug statt und in Unterägeri geht der Ägeri Märcht über die Bühne. «Nach drei Jahren Coronapause und vielen verschobenen Anlässen kommt es unweigerlich zu einer Häufung von Anlässen», meint Philipp Schweiger.

Er sei zuversichtlich, dass die Veranstaltungen gut aneinander vorbeikommen. Es finde ein reger Austausch statt und die beiden Feste in der Stadt Zug liessen sich auch geografisch abgrenzen. Das Zug Fäscht konzentriere sich auf die Gebiete rund um den Bahnhof, das Turnfest hingegen findet beim Stierenmarktareal statt.

Noch ist das OK auf der Suche nach Helferinnen und Helfern. Interessierte Personen und auch Vereine können sich direkt beim OK melden. Die Angaben sowie weitere Informationen finden Sie hier.