Leserbrief
Verkehrsprobleme lösen, nicht aufschieben

Gedanken zu der Verkehrs­situation im Ägerital

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Die Verkehrsführung durch das Ägerital ist seit Jahren bereits ein Problem. Der Verkehr nimmt stetig zu und nichts wird dagegen unternommen. Einzig die Gemeinde Unterägeri hat bemerkt, dass es so nicht mehr weiter gehen kann. Der Verkehrslärm ist für Anwohner der Hauptstrasse durch das Ägerital schlicht unerträglich geworden.

Das Unfallrisiko der Fussgänger und Schülerinnen ist erheblich gestiegen. Nun wird sogar noch der ÖV aufgestockt. Dieser beinhaltet neu allen sieben Minuten einen Bus mit Anhänger (fast oder ganz leer) nach Zug und zurück. Unterägeri ist bereits schon am Erarbeiten von Lösungen. Dabei stellt sich immer wieder heraus, dass ein Tunnel das einzig Richtige wäre. Damit würde das Problem aber nur für Unterägeri gelöst. Die Gemeinde Oberägeri befindet sich gerade in einer Ortsplanungsrevision. Somit sollte man eigentlich annehmen, dass gerade jetzt in Verkehrsfragen in die Zukunft geschaut würde.

Tatsache ist, dass in dieser Sache von der Gemeindeführung Oberägeri weder ein Projekt noch eine ernst gemeinte Lösung erarbeitet wurde. Einmal mehr verschläft es die Gemeinde Oberägeri, in dieser Sache mit Unterägeri zusammenzuarbeiten. Eine gangbare Lösung kann und darf nicht aus Behinderungen des mobilen Verkehrs mittels Fahrbahnschikanen, Geschwindigkeitsbegrenzungen (Tempo 30) oder dergleichen bestehen.

Dadurch wird nur ein noch grösseres Verkehrsproblem geschaffen und behindert zusätzlich das einheimische Gewerbe. Viel mehr sehe ich die Lösung in einem Umfahrungstunnel, der sich eingangs Unterägeri bis ausgangs Oberägeri erstreckt. Sie fragen sich womöglich: Warum ein Tunnel? Die Antwort ist einfach. Es wird von unserer Kantonsregierung nicht gerne zugegeben, dass die letzten Verkehrsmessungen so einige Überraschungen beinhalteten. Eine davon nennt sich Transitverkehr. Dieser wird von Pendlern, die ausserhalb unseres Kantons wohnen, verursacht. Also nicht alleine von ortsansässigen Einwohnern.

Der Kanton Zug müsste also beim Bund für Verkehr die Hauptstrasse durch das Ägerital in die Prioritätsklasse 1 anheben lassen. Damit müsste sich der Bund für Verkehr an den Kosten von rund 700 Millionen Franken für einen Tunnel erheblich beteiligen. Der Betrag von 700 Millionen Franken entspricht nur gerade etwas mehr als zwei Jahresbeiträgen des Kantons Zug in den Nationalen Finanzausgleich NFA. Wenn der Tunnel endlich stehen würde, könnten wir über eine massive Aufwertung der Dörfer Unter- und Oberägeri sowie dessen Uferbereichs vom Ägerisee wie beispielsweise Verkehrsberuhigungen oder Tempo 30 diskutieren. Vorher wäre das nur Zeitverschwendung.

Heiri Kuhn, Gemeinderatskandidat parteilos, Oberägeri