Vereine & Verbände
Veränderungen möglich machen

Die Gruppe MUNTERwegs aus Zug unterstützt Familien, die es etwas schwerer haben.

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Gemeinsames Vergnügen auf dem Spielplatz.

Gemeinsames Vergnügen auf dem Spielplatz.

Bild: PD

Seit nun schon mehr als dreizehn Jahren gibt es in unserer Region jedes Jahr eine MUNTERwegs-Gruppe, die für acht Monate einen kleinen Lebensabschnitt miteinander teilt. Eine freiwillige Mentorin oder ein Mentor und ein Kind im Alter zwischen fünf und zwölf Jahren gestalten in dieser Zeit gemeinsam «Freizeit» – und natürlich passiert dabei noch viel mehr. Die Bedürfnisse und Ressourcen der teilnehmenden Kinder, Familien und Freiwilligen sind sehr vielfältig. Die Kinderanmeldungen gelangen auf verschiedenen Wegen und mit unterschiedlichen, oft gesellschaftspolitischen Gründen zu uns: Ein Schulsozialpädagoge motiviert die alleinerziehende Mutter zu einer Anmeldung, weil sie neben ihrer beruflichen Arbeit nur noch wenig Zeit für ihre beiden Kinder hat. Eine Familie hat nach ihrem Umzug in die Schweiz noch wenig soziale Kontakte und meldet den Sohn, der auch sprachlich Schwierigkeiten hat, bei uns an. Die Lehrerin kann die Eltern eines Jungen ebenfalls für eine Anmeldung gewinnen, damit der schüchterne Junge noch andere Freizeitbeschäftigungen kennen lernt und nicht so viel am Handy ist, und so weiter.

Vertrauen zu fassen, braucht Zeit

Flucht, Migration oder schwierige Erwerbssituation sind alles Umstände, die ein Familiensystem belasten können. Oftmals haben wir heute nicht mehr dieselben tragfähigen sozialen Netze, die uns in diesen Krisensituationen helfen können. Auf der anderen Seite beschäftigen viele Menschen die sozialen Unruhen, Klimakrise und so weiter. Viele möchten gerne etwas zur Besserung dieser Umstände beitragen und sich wirksamer fühlen. Bei MUNTERwegs gewinnen beide Seiten: Die Freiwilligenarbeit bietet ein hohes Potenzial. Denn diese Mentorinnen und Mentoren sind Möglichmachende und machen für das betreffende Kind und seine Familie oftmals einen sehr grossen Unterschied. Manchmal gelingen die Kontakte schnell und eine herzliche Verbundenheit stellt sich rasch ein: Die Mentoren und Mentorinnen werden zum Kaffee eingeladen und Geburtstage werden zusammen gefeiert. In anderen Tandems dauert der Beziehungsaufbau länger, was auch ganz natürlich ist und unter Umständen mit der Geschichte der teilnehmenden Kinder zu tun hat.

Wenn Flucht und Gewalt im Heimatland Thema waren, kann es – absolut berechtigt – länger dauern, bis das Kind und besonders auch die Familie Vertrauen zur Mentorin fasst. Es ist schon ein grosser Schritt, den es sehr zu würdigen gilt, nach einer bewegten Vergangenheit sein Kind einem Mentor anzuvertrauen, sei es auch «nur» für zwei Stunden zwei Mal im Monat.

Eine Mentorin aus dem aktuellen Durchgang hatte einen solchen eher vorsichtigen Beziehungsaufbau, der sich jetzt aber als so stabil gewachsen ausweist, dass der Erstklässler nach der Abschlussfest-Einladung zu ihr sagt: «Wir gehen zusammen an das Fest, aber wir sehen uns dann trotzdem weiter, gell?» Und ihre Reaktion? Freude pur!

Für MUNTERwegs: Miriam Hess

Vereine & Verbände: So funktioniert’s
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