Unihockey
Der Zug-United-Sportchef sagt vor dem Playoffstart: «Der Halbfinal wäre ein schöner Erfolg»

Das NLA-Team der Männer trifft ab Samstag im Viertelfinal auf Alligator Malans.

Michael Wyss
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Am Samstag beginnen die Playoff-Viertelfinals. Zug United trifft auf Alligator Malans (16 Uhr, Kantihalle). Mit welchem Ziel? Die Frage geht an den Sportchef Bruno Schelbert. Er antwortet: «Den Halbfinal zu erreichen, wäre ein schöner Erfolg für das Team und den Verein.» Er erwarte von den Spielern den Ehrgeiz, eine Runde weiterkommen zu wollen. Aber Schelbert sagt auch: «Wenn wir alles geben und uns nach der Serie in die Augen schauen können, ist auch ein Ausscheiden verkraftbar.»

Sportchef Bruno Schelbert

Sportchef Bruno Schelbert

Bild: Michael Peter

Schelbert spricht überdies die Bedeutung der Playoffs für die Steigerung der Bekanntheit des Unihockeys auf dem Platz Zug an. Der Klub hat mit 229 Zuschauern den zweittiefsten Durchschnitt der Liga. Nur die Matches in Uster sehen sich noch weniger Personen an (220). «Ich hoffe auf spannende Spiele. Unsere Fans sollen Freude an der Mannschaft haben und beherzte Auftritte sehen», sagt Bruno Schelbert.

Wo muss sich das Team noch steigern im Vergleich zur Qualifikation, die die Zuger als Vierte abschlossen? «Ich sehe Steigerungspotenzial in der Chancenauswertung. Aufwand und Ertrag stimmen nicht immer. Auch müssen wir einfache Ballverluste minimieren. Individuelle Fehler im Spielaufbau kosten jeweils viel Kraft und Energie.»

Auf und Ab in der Qualifikation

So blickt Schelbert mit gemischten Gefühlen auf die vergangenen Monate zurück: «Mit dem vierten Rang kann ich zufrieden sein. Leider haben wir gegen vermeintlich schwächere Teams viele Punkte verschenkt, dafür haben wir gegen stärkere Gegner positiv überrascht.» Schelbert ergänzt:

«Vieles spielt sich im Kopf ab, denn wir haben grosse Qualität in dieser Mannschaft.»

Die Siege gegen Topteams wie Malans, Köniz oder Wiler-Ersigen hätten gezeigt, wozu das Team fähig ist. Im letzten Qualifikationsspiel besiegte Zug United zudem den Leader Grasshoppers nach Verlängerung (7:6).

Ein Grund für das eine oder andere enttäuschende Resultat war sicherlich das Verletzungspech gerade bei den Ausländern. Schelbert sieht das auch so, wenngleich er das nicht als Ausrede brauchen will. «Es ist, wie es ist. Diese Saison hatten wir viele Stammspieler, die verletzungsbedingt oder wegen Krankheiten nicht zur Verfügung standen. Es fehlten so während der Saison immer zwischen vier und zwölf Spieler.»

Verletzungen bringen Junioren mehr Einsätze

Des einen Leid ist des anderen Freud. Durch die vielen Ausfälle hat der Trainer Antti Ruokonen Nachwuchsspielern vermehrt Chancen gegeben. «In einem Spiel sind wir sogar mit einer kompletten Juniorenlinie angetreten», streicht der Sportchef heraus. Dass viele talentierte Junioren nachstossen, ist für die Zukunft sehr positiv. Die U21-Mannschaft ist in der höchsten Stärkeklasse kürzlich in den Halbfinal eingezogen – nachdem sie Alligator Malans ausgeschaltet hat.

Das verdeutlicht, dass Zug United zu einer Bereicherung im Schweizer Unihockey geworden ist. Im NLA-Kader stehen aktuell vier Spieler, die noch im U21-Team spielen könnten.

«Sie haben sich einen Platz im NLA Kader erkämpft und sind gute Vorbilder für die andere Nachwuchsspieler. Sie haben gezeigt, was möglich ist, wenn man will»,

sagt Bruno Schelbert. Er weiss aber auch, dass es schwer wäre, ohne Verstärkungen von anderen Vereinen beziehungsweise starken Ausländer zu bestehen. So weist Alexander Hallén mit 42 Zählern (27 Tore, 15 Assists) in 18 Partien ligaweit den besten Punkteschnitt aus. Mit André Andersson (32 Punkte) findet sich ein zweiter Zuger unter den besten zehn in der Skorerliste.

Wie sieht der Kader für nächste Saison aus? Sportchef Schelbert bleibt vage: «Im Moment sind wir in Gesprächen mit den Spielern. Grundsätzlich sind wir in der Kaderplanung gut unterwegs, werden den Stamm beisammenhalten und zusammen mit unseren Junioren und Verstärkungsspielern wieder mit einer schlagkräftigen Truppe an den Start gehen.»

Erfolg in den bevorstehenden Playoffs dürfte bei den Gesprächen helfen.