Kommentar
«Chefsache»: Eine unangenehme, aber richtige Massnahme

Rahel Hug über die im Kanton Zug geltende Maskenpflicht auf der Primarstufe

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Hatten wir das nicht alles schon mal? So manche ereilte wohl ein Déjà-vu, als der Kanton Zug am Dienstag Verschärfungen der Coronamassnahmen bekanntgab – und die Landesregierung kurze Zeit später nachzog.

Hätte der Kanton Zug nicht die bundesrätliche Ansage abwarten können, bis er sein Paket verabschiedet? Offensichtlich nicht, denn die Zeit läuft uns davon. Laut der Gesundheitsdirektion registriert Zug die höchsten täglichen Fallzahlen seit Beginn der Pandemie, die Spitalauslastung ist besorgniserregend. Insofern war das Vorpreschen des Regierungsrates sicher nicht übereilt. Die ausgedehnte Maskenpflicht auch im Zertifikatsbereich ist vertretbar – und sie gilt sowieso ab Montag schweizweit.

Einschneidend ist die Maskenpflicht in den Schulen ab der Primarstufe. Zwar dürfen die Schülerinnen und Schüler ihre Maske ablegen, wenn sie am Pult sitzen. Dennoch ist es für die Kleinsten wohl schwer nachzuvollziehen, weshalb sie auch beim spielerischen Lernen im Schulzimmer einen Mundschutz tragen müssen.

Die Massnahme ist unangenehm, aber richtig. Denn in den letzten Wochen kam es in den Zuger Schulen zu zahlreichen Ansteckungen. Für Kinder und deren Eltern ist eine Quarantäne besonders herausfordernd. Es ist zu hoffen, dass diese Massnahme zusammen mit den bereits etablierten Reihentests ab der 4. Primarstufe die Ansteckungen in den Schulen eindämmt. Die kommenden Wochen werden es zeigen.