Ukraine-Krieg
Kein russisches Uran für die Axpo: Zuger Regierung soll sich dafür einsetzen

Der Kanton Zug hält einen Anteil von 0,873 Prozent an den Aktien der Axpo. Greenpeace verlangt von den Eignerkantonen, sich dafür einzusetzen, dass die Uranlieferverträge zwischen der Axpo und dem russischen Unternehmen Rosatom gekündigt werden.

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Die Axpo setzt in ihren Atomkraftwerken in Beznau und Leibstadt Brennelemente aus Russland ein. Diese Geschäftsbeziehungen waren schon immer problematisch, insbesondere deshalb, weil die russischen Produktionsstätten katastrophale Auswirkungen auf die Umwelt haben: Die Umgebung der Anlagen ist laut Medienmitteilung von Greenpeace Schweiz radioaktiv verseucht.

Hinzu kommen ein erheblicher Mangel an Transparenz und Verletzungen der persönlichen Freiheiten der Mitarbeitenden und der Anwohnerinnen und Anwohnern, weil die russischen Atomanlagen zum militärischen Atomprogramm des Landes beitragen, das seit Beginn des Krieges in der Ukraine oft erwähnt wird.

Nach Enthüllungen von Greenpeace forderte die Axpo im Jahr 2014 Rosatom auf, die Anlage in Majak aus ihrer Zuliefererkette auszuschliessen, der Schweizer Stromkonzern hielt die Geschäftsbeziehungen mit dem russischen Staatsunternehmen laut Greenpeace-Mitteilung jedoch aufrecht. Seitdem verarbeiten verschiedene andere problematische Produktionsstätten weiterhin Uran, das in der Schweiz von der Axpo verwendet wird.

Seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine gibt es keinen Grund, der weitere Geschäftsbeziehungen der Axpo mit Russland rechtfertigen würde. Rosatom, das Atomkonglomerat, mit dem die Axpo Geschäfte macht, gehört vollständig dem russischen Staat.

Die Axpo ist vollständig im Besitz von Deutschschweizer Kantonen und Kantonswerken (ZH, AG, SG, TG, SH, GL, AR, AI, ZG). «Es ist inakzeptabel, dass ein Schweizer Unternehmen im Besitz der öffentlichen Hand zur Finanzierung eines Staates beiträgt, der einen Angriffskrieg führt», wird Florian Kasser, Atomexperte bei Greenpeace Schweiz in der Mitteilung zitiert.

Greenpeace Schweiz fordert die Regierungen der Eigentümerkantone auf, sich dafür einzusetzen, dass ein Grundsatzentscheid gefällt wird, der jede Form der Zusammenarbeit mit Russland verbietet. (haz)