Strafbefehl
Mann zündet seine Gefängniskleidung an – wollte er das Gefängnis niederbrennen?

Der Sachschaden ist zwar gering, die Aktion eines heute 25-jährigen Mannes hätte in einer Feuersbrunst enden können.

Harry Ziegler
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Im August des letzten Jahres deckte der 25-jährige, mehrfach vorbestrafte Algerier die Überwachungskamera in seiner Zelle in der Strafanstalt Zug ab. Mit WC-Papier. Dann setzte er seine Gefängniskleidung in Brand. Diese bestand aus Jogginghose, T-Shirt und Pullover. Um die Kleidung anzuzünden, umwickelte er diese ebenfalls mit WC-Papier und zündete das ganze Bündel an.

Kurz danach ging der Brandalarm los. Ein Mitarbeiter der Strafanstalt stellte beim Betreten im hinteren Teil der Zelle Stichflammen von etwa einem Meter Höhe fest. Er konnte diese mit einem Schlauch löschen. Verletzt wurde niemand, der Sachschaden beträgt – «durch die Zerstörung der Strafanstaltskleider», wie es im Strafbefehl heisst – 49 Franken.

Was den Mann, von dem man heute nicht weiss, wo er sich aufhält, veranlasste, seine Kleider in Brand zu stecken, geht aus dem Strafbefehl nicht hervor.

Uneinsichtig trotz vieler Strafen

Daraus hervorgeht hingegen, dass er mittel- und erwerbslos, sowie mehrfach vorbestraft und uneinsichtig ist. Mehrere bedingt ausgesprochene Geld- und Freiheitsstrafen sowie eine unbedingte Freiheitsstrafe hätten ihn nicht davon abgehalten, weitere Straftaten zu verüben. «Da nicht zu erwarten ist, dass er eine Geldstrafe bezahlen kann», sei eine unbedingte Freiheitsstrafe von weniger als sechs Monaten auszufällen, steht im Strafbefehl.

Der 25-Jährige wird wegen versuchter Brandstiftung und deswegen zu 20 Tagen unbedingter Freiheitsstrafe verurteilt. Konsequenterweise verzichtet die Staatsanwaltschaft in diesem Fall auf Erhebung von Kosten.