Stadt Zug
Zug bezahlt, deutsche Technikfirma kassiert: Warum das OK vom Zug Fäscht keine regionalen Anbieter engagierte

GLP-Mann David Meyer wollte vom Stadtrat wissen, weshalb eine Veranstaltungstechnikfirma aus Deutschland das Equipment für das Zug Fäscht geliefert hat und nicht die lokale Branche als Partner gewählt wurde.

Tijana Nikolic
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Das Zug Fäscht zog insgesamt an allen Festplätzen rund 45’000 Besucherinnen und Besucher an.

Das Zug Fäscht zog insgesamt an allen Festplätzen rund 45’000 Besucherinnen und Besucher an.

Bild: Jan Pegoraro (3. September 2022)

Der Zuger Stadtrat beantwortete kürzlich, die im September von David Meyer (GLP) eingereichte «Kleine Anfrage» zum Zug Fäscht. Darin möchte Meyer wissen, weshalb eine Veranstaltungstechnikfirma aus Deutschland das Equipment für das Zug Fäscht geliefert habe und nicht die lokale Branche als Partner gewählt wurde.

Gesamtorganisator und somit in der Verantwortung ist der Verein Kultur Fäscht. Weder der Kanton noch die Stadt Zug seien Besteller des Festes gewesen, sondern sind reine Beitragsgeber, heisst es dazu vom Stadtrat. Alle organisatorischen Arbeiten seien durch das beauftragte Organisationskomitee vergeben worden. Entsprechend sei das Submissionsreglement für öffentliche Vergaben nicht zum Zug gekommen.

Die Stadt gibt lediglich Empfehlungen ab

In der stadträtlichen Antwort wurde auch die Antwort des Vereins Kultur Fäscht dazu festgehalten: «Als erfahrener Veranstalter von Grossanlässen hat das Organisationskomitee die Liefer- und Servicesicherheit als prioritär eingestuft. Auf entsprechende Anfragen von Gemeinden hat das Organisationskomitee, die ihm bekannte und hier in Frage stehende Firma für Veranstaltungstechnik empfohlen, welche ihren Firmensitz in Baden AG und in Deutschland hat.»

Die Stadt ist Bewilligungsbehörde für die Nutzung von öffentlichem Grund und nimmt während Bewilligungsverfahren bezüglich Nachhaltigkeit im Sinne von Empfehlungen Einfluss, schreibt der Stadtrat weiter in seiner Antwort. Auch im vorliegenden Fall sei dem Organisationskomitee empfohlen worden, lokale Lieferanten zu berücksichtigen, lokale und ökologisch hochwertige Produkte zu verwenden und ein besonderes Augenmerk auf das Abfall- und Verkehrskonzept zu werfen.

Der Veranstalter habe versichert, dass das Zug Fäscht ökologischen und sozialen Standards entspräche. Besondere Auflagen, verbindliche Vorgaben und eine entsprechende Kontrolle seien aber nur mit einer rechtlichen Grundlage durchsetzbar.