Stadt Zug
Die ALG-CSP-Fraktion will weitere Varianten beim Umbau des Stadions prüfen lassen

In der «Motion städtisches Stadion mit unverstelltem Arenaplatz» beauftragt Patrick Steinle (ALG-CSP) den Stadtrat für den Umbau der Bossard-Arena Varianten mit einer Finanzierung durch die Stadt vorzulegen. Sowie Varianten, bei denen auf den Bau auf dem Arenaplatz verzichtet wird.

Tijana Nikolic
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Mit dem «Modul Erweiterung Süd» würde das Stadiondach stark geschmälert werden und ein beträchtlicher Teil des grössten gedeckten Aussenplatzes der Stadt würde verloren gehen.

Mit dem «Modul Erweiterung Süd» würde das Stadiondach stark geschmälert werden und ein beträchtlicher Teil des grössten gedeckten Aussenplatzes der Stadt würde verloren gehen.

Bild: Jan Pegoraro (3. September 2022)

Patrick Steinle von der städtischen ALG-CSP-Fraktion hat kürzlich die «Motion städtisches Stadion mit unverstelltem Arenaplatz» eingereicht. Darin wird der Stadtrat beauftragt, für den beabsichtigten Umbau der Bossard-Arena auch Varianten vorzulegen, bei denen die Finanzierung durch die Stadt erfolgt. Sowie Varianten, bei denen auf Bauten auf dem Arenaplatz, insbesondere unter dem Stadiondach, verzichtet wird.

«In einer Mitteilung vom 1. September behauptet die Stadt, die Machbarkeitsstudie «Keep building» sei vom Stadtparlament – abgesehen von der geplanten Abgabe des Stadions im Baurecht – durchwegs positiv beurteilt worden. Das entspricht nicht den Tatsachen», heisst es in der Motion. Denn an der Sitzung des Grossen Gemeinderats vom März habe es kritische Voten zum Gesamtprojekt gegeben.

«Es wurde die Frage gestellt, ob es opportun sei, in ein erst zwölf Jahre altes Gebäude baulich massiv einzugreifen», so Steinle. Man habe bei der Sitzung zudem spezifisch das «Modul Erweiterung Süd» (Fanzone auf dem Arenaplatz) hinterfragt.

Die Interessen der Stadt und des EVZ sind nicht gleich

Mit dem «Modul Erweiterung Süd» würde die architektonische Wirkung des Stadiondachs stark geschmälert. So ginge ein beträchtlicher Teil des grössten gedeckten Aussenplatzes der Stadt verloren. «Ebenfalls hätte die geplante Verlagerung des Ausseneisfelds ins Freie einen höheren Energiebedarf zur Folge», fährt Steinle in der Motion fort.

Das Anliegen des EVZ, durch mehr Sitzplätze und einem grösseren Gastronomieangebot höhere Erträge zu erwirtschaften, sei verständlich. Jedoch nicht deckungsgleich mit den Interessen der Stadt. Es gäbe in der näheren Umgebung des Stadions viele weitere Angebote. «Ich bin überzeugt, dass bereits mit den anderen beiden Modulen – Anhebung des Dachs und Auslagerung der Administration auf die Trainingshalle – ein Nutzen für den EVZ entsteht», führt Steinle aus.

Ein Mieterausbau schafft neue Probleme

Unabhängig vom geplanten Ausbau soll nebst dem Mieterausbau auch eine Variante mit einer Finanzierung durch die Stadt Zug vorgelegt werden, fordert die Motion. Die angedachte Lösung über einen Mieterausbau löse Probleme und Fragestellungen der «Baurechts-Variante» nur scheinbar oder schaffe neue.

«Im Vergleich zum Baurecht läge zwar beispielsweise das Risiko bei einem Konkurs des EVZ eher beim Mieter als beim Vermieter, dafür würden die Vertragsverhältnisse und Nutzungsrechte komplizierter», erklärt Steinle. Je nach Verträgen würde eine Verfügungsberechtigung des EVZ über ein nur noch auf dem Papier städtisches Stadion resultieren.