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Sessionsrückblick mit Nationalrätin Manuela Weichelt

Es lud das Grüne Forum zum Sessionsrückblick mit der Zuger Nationalrätin Manuela Weichelt in Hünenberg ein. Als Apotheker ist Martin Affentranger in der Grundversorgung direkt involviert und der geeignete Moderator für den Sessionsrückblick.

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Nationalrätin Manuela Weichelt.

Nationalrätin Manuela Weichelt.

Bild: PD

Wenn die bürgerlichen Parteipräsidenten in den Medien von einer verpassten Chance der Grünen bei den Bundesratswahlen sprachen, dann waren es auch dieselben, die den Grünen keine Unterstützung für eine Wahl zusicherten.

Die Windfahnen drehen in bürgerlichen Kreisen je nach Aussage in den Medien und der Haltung hinter verschlossenen Türen. Es macht den Anschein, dass den Grünen ein Bund­esratssitz attestiert wird, aber dann doch nicht bei diesen Wahlen.

Der Kanton Zug erfüllt kein einziges der Kriterien

Aufgrund der Annahme der Pflegeinitiative durch das Stimmvolk prüfte das BAG mit einer Bestandesaufnahme die Situation in den Kantonen unter anderem Ausbildungspflicht, Bedarf an Plätzen für die praktische Ausbildung, Finanzierung der praktischen Ausbildungsleistungen der Institutionen, Ausbildungskonzept und finanzielle Beihilfe für künftige Pflegefachpersonen an der HFS. Der Kanton Zug erfüllt kein einziges dieser Kriterien. In einem Gutachten der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (Zhaw) wird nachgewiesen, dass den Kantonen aufgrund der rechtlichen Vorgaben mehr Eigenverantwortung zusteht und der Spielraum zur Verbesserung der Pflegefachkräfte mehr genutzt werden könnte.

Es herrschen katastrophale Bedingungen

Eine Klasse im 2. Ausbildungsjahr der Fachfrau und Fachmann Gesundheit hat sich mit einem Schreiben an die Kantonsrätinnen und Kantonsräte über ihre Arbeitssituation im Kanton Zug geäussert. Sie sprechen von katastrophalen Arbeitsbedingungen und es ist bedenklich, dass sie in Aussicht stellen, dass 50 Prozent nach Abschluss der Berufsausbildung den Pflegeberuf verlassen werden. Die Arbeitsinspektorinnen/Arbeitsinspektoren müssen flächendeckende Kontrollen in den Pflegeinstitutionen machen und müssten bei solchen Missständen schon längst Massnahmen fordern, um die Arbeitssituationen zu verbessern. Letztlich geht es vor allem auch um die Patientensicherheit und die Qualitätssicherung im Pflegebereich.

Es erstaunt nicht, dass die Schweiz als grosse Rohstoffdrehscheibe auch gross im Geschäft der Reederei ist. Dass auch hier wieder mit Steuererleichterungen die Rohstofffirmen begünstigt werden sollen, ist unverständlich, wenn unter diesen Umständen neue Steuerschlupflöcher geboten werden.

Die Schweiz bietet mit ihrer Rechtssicherheit, gute Schulen, qualifiziertes Personal, öffentlicher Verkehr sowie eine sehr geringe Kriminalität den Firmen viele Vorzüge und braucht nicht mit Steuerdumping zusätzlich zu überzeugen.

Rita Hofer, Kantonsrätin ALG