Sennhütte
Jugendverbände im Gespräch mit Baudirektion

Das Haus auf dem Blasenberg ob Zug steht seit dem Umzug der Suchttherapiestation leer. Wie soll es damit weitergehen?

Sabine Windlin
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Seit die Suchttherapiestation Sennhütte das gleichnamige Haus auf dem Zuger- bzw. Blasenberg im Mai 2020 verlassen hat und ihren Betrieb im Unterhorbach weiterführt, steht das Haus leer. Der Kanton Zug als Eigentümer der Liegenschaft sucht bekanntlich seit längerem nach einer neuen Nutzung. Nun kommt Bewegung in die Sache. Gespräche in den letzten Monaten zwischen dem Kanton und Pfadi, Jungwacht sowie Blauring sind erfolgreich verlaufen.

Die Sennhütte auf dem Blasenberg steht seit dem Umzug der gleichnamigen Suchttherapiestation nach Unterhorbach leer.

Die Sennhütte auf dem Blasenberg steht seit dem Umzug der gleichnamigen Suchttherapiestation nach Unterhorbach leer.

Bild: Sabine Windlin

Ein erstes, bereits ziemlich detailliert ausformuliertes Konzept der drei kantonalen Jugendverbände stiess bei der Baudirektion auf Anklang. Dieses sieht vor, das idyllisch gelegene Haus künftig als Kurs- und Lagerhaus zu nutzen und auch für andere Vereine, Schulen, externe Gruppen – etwa für Planungsweekends, Weiterbildungskurse, Schullager, Retraiten und Seminare – nutzbar zu machen.

Dürftige Lagerhausstruktur im Kanton Zug

Eine Auswertung hat gezeigt, dass die Gruppen- und Lagerhausinfrastruktur im Kanton Zug tatsächlich sehr dürftig ist, ganz im Gegensatz zu Möglichkeiten, die der Bevölkerung in den Kantonen Luzern, Schwyz, Aargau und Zürich geboten wird. Es besteht hier also ein Manko.

Darum wollen die drei Jugendverbände nun eine professionelle Trägerschaft formieren, die das Vorhaben vorantreibt, künftig als Partnerin gegenüber dem Kanton auftreten und Gewähr bieten könnte, dass das Haus möglichst sinnvoll belebt wird.

«Wir finden es wichtig, dass eine langfristige und durchdachte Lösung mit dem Kanton angestrebt wird, dann lohnen sich auch allfällige Investitionen», so Florin Meier von der Pfadi Kanton Zug, der im Namen der Projektgruppe spricht.

In einem nächsten Schritt werden die Jugendverbände der Baudirektion nun ein Betriebs- und Nutzungskonzept vorlegen. Eine darauf basierende Machbarkeitsstudie soll zeigen, mit welchen Kosten zu rechnen ist und wie die Liegenschaft multifunktional genutzt werden kann, so dass einerseits möglichst viele Leute vom Charakter dieser besonderen und naturnahen Liegenschaft profitieren können, gleichzeitig aber dem sensiblen Standort in der Landwirtschaftszone Rechnung getragen und auf die Nachbarschaft Rücksicht genommen wird.

Was die vom Kanton im letzten Frühling angedachte Zwischennutzung der Sennhütte als Unterkunft für ukrainische Flüchtlinge angeht, kam diese bislang nicht zustande. Die Liegenschaft bleibt aber weiterhin Teil der Unterbringungsplanung im Kanton Zug. Ein allfälliger Bezug diesen Winter ist gemäss Kanton abhängig vom Kriegsverlauf und der Energieversorgung in der Ukraine.