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Ein neues Reservoir soll für eine effizientere Verteilung und grössere Wasserreserven sorgen

Am Freitag erfolgt der Spatenstich für das neue Reservoir Steintobel in Rotkreuz. Für die Bewohnerinnen und Bewohner wird sich nichts ändern.

Fabian Gubser
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Spatenstich Reservoir Steintobel in Risch: Ingenieur Guido Helbling erklärt das Vorhaben.

Spatenstich Reservoir Steintobel in Risch: Ingenieur Guido Helbling erklärt das Vorhaben.

Bild: Matthias Jurt (Risch, 8. Juli 2022)

Rund 500'000 Liter, also 500 Kubikmeter Wasser, wird das neue Reservoir Steintobel in Rotkreuz dereinst fassen. Der Spatenstich für den Bau der Anlage erfolgte am Freitagnachmittag. Dauern sollen die Arbeiten rund eineinhalb Jahre. «Für die Bewohnerinnen und Bewohner wird sich nichts ändern», sagt Martin Mönch, Verwalter der Wassergenossenschaft Rotkreuz und Umgebung (WGR), auf Anfrage.

Wieso braucht es ein neues Reservoir? Mönch muss dafür etwas ausholen: Die Wasserversorgung der Gemeinde Risch sei in zwei Druckzonen aufgeteilt. Aktuell wird die obere Druckzone mit dem Weiler Ibikon und den verschiedenen Höfen über das Reservoir Berghof sichergestellt.

Im bisherigen Betrieb der Versorgung in der oberen Druckzone zeigte sich, dass das bestehende Reservoir Berghof mit der Brauchreserve von 50 Kubikmetern an der Kapazitätsgrenze angelangt ist und die erforderliche Menge zur Vorratsspeicherung nicht mehr erfüllt.

Deswegen musste tagsüber Wasser aus dem tieferliegenden Reservoir Bachtalen mittels Pumpen herbeigeschafft werden.

Abhilfe schafft das neue Reservoir Steintobel. Es ergänzt das bestehende Reservoir Berghof mit einem Volumen von 500 Kubikmetern. Es liegt auf gleicher Höhe wie das Reservoir Berghof. Ausserdem liege das Reservoir wortwörtlich an der Quelle – beziehungsweise mit dem Bau des neuen Reservoirs Steintobel können die Quellen im Steintobel direkt ins neue Reservoir eingeleitet werden. «Das spart viel Energie», betont Mönch.

Spatenstich Reservoir Steintobel in Risch, von links: Patrick Wahl, Gemeinderat; Alois Elmiger, Landwirt Steintobel; Markus Schindler, C. Vanoli AG; Hansruedi Schneider, Vorstand WGR ; Peter Hausherr, Gemeindepräsident; Fredy Meyer, Vorstand WGR; Guido Helbling, Ingenieur.

Spatenstich Reservoir Steintobel in Risch, von links: Patrick Wahl, Gemeinderat; Alois Elmiger, Landwirt Steintobel; Markus Schindler, C. Vanoli AG; Hansruedi Schneider, Vorstand WGR ; Peter Hausherr, Gemeindepräsident; Fredy Meyer, Vorstand WGR; Guido Helbling, Ingenieur.

Bild: Matthias Jurt (Risch, 8. Juli 2022)

Überschüssiges Quellwasser wird weiterhin dem Reservoir Bachtalen für die Nutzung in der unteren Zone zugeführt. Zudem wird zurzeit eine Verbindungsleitung zur Nachbargemeinde Meierskappel erstellt, die für Notlagen zum gegenseitigen Wasseraustausch verwendet werden kann.

Die Kosten belaufen sich auf über 3 Millionen Franken

Das neue Reservoir ist fast 17 Meter lang, 12 Meter breit und fünfeinhalb Meter hoch. Das Gesamtvolumen von 500 Kubikmetern setzt sich aus 150 Kubikmetern Löschwasserreserve und 350 Kubikmetern sogenannter Brauchreserve zusammen.

Die untere Druckzone, welche die Siedlungen Rotkreuz, Buonas, Holzhäusern, Küntwil, Berchtwil und Risch sowie verschiedene Weiler und Höfe umfasst, wird über die beiden bestehenden Reservoire Bachtalen und Schlossberg versorgt. Dese verfügen über je 2000 Kubikmeter Kapazität.

Der Bau des neuen Reservoirs kostet insgesamt rund 3,3 Millionen Franken und wird vollumfänglich über die WGR finanziert. Den entsprechenden Kredit bewilligten die Genossenschafterinnen und Genossenschafter an der Generalversammlung 2019. Den Entschluss für den Bau fiel 2015.

Die Wassergenossenschaft Rotkreuz und Umgebung wurde 1912 gegründet. Sie beliefert, wie der Name bereits verrät, das Grossgebiet um Rotkreuz mit Trinkwasser. Typisch für Gemeinden ohne starke Hanglage ist, dass der Quellwasseranteil tief ist. 2021 lag er bei acht Prozent. Der restliche Teil umfasst das Grundwasser.

Um weniger abhängig von der Reuss zu sein, plant die Wassergenossenschaft zudem eine Leitung durch den Zugersee bis nach Oberwil.