Restaurant Raten
Zuger Wirt verrechnet Gebühr für zweiten Dessert-Löffel

Das Restaurant Raten in Oberägeri verlangt 2.50 Franken, wenn ein Gast das Dessert nicht alleine isst, sondern mit jemandem teilt und hierfür einen zusätzlichen Löffel benötigt. Der Wirt möchte damit die gestiegenen Kosten abfedern.

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Das Restaurant Raten in Oberägeri.

Das Restaurant Raten in Oberägeri.

Bild: Matthias Jurt (Oberägeri, 10. Dezember 2020)

In Italien ist es gang und gäbe, dass man im Restaurant für das Besteck eine Gebühr bezahlt. «Coperto» nennt sich das auf der Rechnung. In der Schweiz sind solche Gebühren eine Seltenheit. Dennoch kommen sie zum Teil auch hierzulande vor – neuerdings sogar in der Zentralschweiz, wie PilatusToday schreibt.

Das Restaurant Raten in Oberägeri hat eine Gebühr von 2.50 Franken für einen zweiten Dessert-Löffel eingeführt. Darüber berichtete zuerst der «Beobachter». Die Gebühr sei explizit in der Dessertkarte festgehalten – wenn auch relativ klein. Weil die Gebühr in der Karte erwähnt wird, sei sie jedoch rechtens, heisst es bei der Stiftung für Konsumentenschutz.

Doch wieso muss man in einem Zuger Restaurant für einen zweiten Löffel bezahlen? «Wer ein Dessert teilt, belegt zwei Stühle», stellt der «Raten»-Wirt Iwan Iten gegenüber dem Konsumentenmagazin klar. Er begründet die Gebühr unter anderem mit den gestiegenen Kosten.

Gleichzeitig zeigt Iten aber auch Verständnis für Kunden, die ab der Löffel-Gebühr ungläubig staunen. Es gehe ihm darum, ein Bewusstsein zu schaffen, nicht ums Geld. Entsprechend sagt der «Raten»-Wirt zum Beobachter auch, dass man von der Extra-Gebühr befreit ist, wenn man das Dessert mit ein und demselben Löffel ist.

Gastroverband stärkt Wirt den Rücken

Der Verband Gastro Zug war am Donnerstag nicht für eine Stellungnahme unserer Zeitung erreichbar. Im Nachbarkanton zeigte der Verband Gastro Luzern gegenüber «Zentralplus» hingegen Verständnis für die Extra-Gebühr. «Gastronomen müssen kreativ sein, um die Rechnungen zu bezahlen», sagt Geschäftsstellenleiter Thomas Tellenbach. Nebst den Fixkosten seien auch die Energiepreise und die Preise für Lebensmittel gestiegen. Auch müssten wegen des Fachkräftemangels höhere Löhne an die Angestellten bezahlt werden.

Dennoch empfiehlt Gastro Luzern den Restaurants nicht, ebenfalls eine Gebühr für einen zweiten Dessert-Löffel zu verlangen. Wichtig sei eine offene und transparente Preisgestaltung. (scd)

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Andrea Sigrist

Sind doch mal ehrlich: Keiner will im Restaurant auch nur 5 Minuten auf das Essen warten auch wollen wir immer noch die selben Preise bezahlen wie vor 40 Jahren. Kleine ehrliche Abstimmung: Wer will immer noch den gleichen Lohn wie vor 40 Jahren. Oder dasselbe Auto wie vor 40 Jahren. …?