Oberägeri
Schule im Freien, Seniorenkaffee oder Pop-up-Beizli: Welche Zwischennutzung des Areals an der Mitteldorfstrasse 4 gefällt dem Gemeinderat am besten?

Die Oberägerer Bevölkerung soll bis am 5. Mai auf digitalen Mitwirkungsplattformen ihre Ideen und Wünsche für die Zwischennutzung des Grundstücks auf einer Ideenleinwand platzieren. Das Schlusswort dabei hat jedoch der Gemeinderat.

Tijana Nikolic
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Die Liegenschaft an der Mitteldorfstrasse 4 in Oberägeri soll jeden weiteren Bedarf an Schulraum und grüner Pausenfläche in den nächsten fünfzehn Jahren abdecken. Zwischenzeitlich soll das Grundstück anderweitig genutzt werden.

Die Liegenschaft an der Mitteldorfstrasse 4 in Oberägeri soll jeden weiteren Bedarf an Schulraum und grüner Pausenfläche in den nächsten fünfzehn Jahren abdecken. Zwischenzeitlich soll das Grundstück anderweitig genutzt werden.

Stefan Kaiser (4. April 2022)

«Der Garten muss unbedingt als Spielplatz oder Pausenplatz für die Schule umgestaltet werden», «Eine Art ‹Freiruum› wäre cool mit kleinem Pop-up-Beizli und einer Bühne für die kleine, aber feine Kulturszene im Ägerital», «Eine Möglichkeit für Schule im Freien», «Beispielsweise kann am Morgen eine ‹Chinderhüeti› in dem denkmalgeschützten Haus stattfinden, am Nachmittag ein Seniorenkaffee und am Abend ein Jugendanlass» oder «Schön wäre zum Beispiel eine Boccia-Bahn für Senioren, ein Schach- und Mühle-Spielfeld oder ein Treffpunkt-Bänkli»

– um nur einige Beispiele der Wünsche der Oberägerer Bevölkerung für die Zwischennutzung des denkmalgeschützten Gebäudes und dazugehörenden Grundstücks an der Mitteldorfstrasse 4 zu nennen.

Denn Mitwirken heisst auch Mitbestimmen. Und genau das soll die Oberägerer Bevölkerung bis am 5. Mai machen. Auf Crossiety, dem digitalen Dorfplatz sowie auf der E-Mitwirkungsplattform der Einwohnergemeinde sollen alle Interessierten ihre Ideen auf einer digitalen Ideenwand einbringen und sich so an diesem Kreativprozess beteiligen und aktiv mitbestimmen, was auf dem Areal entstehen soll.

Gemeinderat hat bereits diverse Nutzungsmöglichkeiten diskutiert

Anlässlich der Gemeindeversammlung im Dezember 2021 erteilten die Stimmberechtigten dem Gemeinderat die Kaufsermächtigung für die Liegenschaft an der Mitteldorfstrasse, angrenzend zum Schulareal Hofmatt. Mittlerweile ist der Kauf über die Bühne gegangen und das Grundstück wird jeden weiteren Bedarf an Schulraum und grüner Pausenfläche in ungefähr fünfzehn Jahren abdecken. Zwischenzeitlich soll das Grundstück anderweitig genutzt werden, heisst es auf der Mitwirkungsplattform.

Aktuell kann der Bedarf an Schulraum in Oberägeri mit den bestehenden Räumlichkeiten sowie dem sich aktuell im Bau befindenden Schulhaus Hofmatt 4 gedeckt werden. «Es wird sich zeigen, wann der Bedarf für weiteren Schulraum sowie schulnahe Räumlichkeiten für die schulergänzende Betreuung oder den Mittagstisch da ist, der nicht mehr mit den aktuellen Gebäuden gedeckt werden kann», sagt Gemeindepräsident Marcel Güntert. Dann wird eine entsprechende Projektierung und weitere Planung angegangen.

Der Gemeinderat hat vorgängig zur Umfrage anlässlich eines Workshops mit der Strategiekommission bereits diverse Nutzungsmöglichkeiten diskutiert. Güntert verrät:

«Es wurden die Erweiterung des Pausenraums, insbesondere die Grünflächen, sowie ein Platz für Tiny-Houses oder einen ‹Mini-Freiruum› favorisiert.»

Die bisherigen an der Ideenwand eingebrachten Ideen sieht sich der Gemeinderat zusammen mit der Strategiekommission erst nach Ablauf der Eingabefrist im Detail an.

Jugendliche und junge Erwachsene sehnen sich nach Begegnungsort

Die Jugendarbeit Ägerital hat zahlreiche Jugendliche und junge Erwachsene aus Oberägeri zur Zwischennutzung befragt. Fast alle Befragten sehnen sich nach einem Begegnungsort mit einem Kiosk oder einer Cafeteria, wo sie sich nach der Schule treffen und engagieren könnten. Die Jugendarbeit Ägerital schreibt auf der Mitwirkungsplattform:

«Die Jugend will den Platz nicht nur für sich beanspruchen, sondern einen generationsübergreifenden Begegnungsort mitgestalten.»

Es wurde eine Cafeteria vorgeschlagen, in der ein «Jugend-Corner» Platz hat und gleichzeitig Barbetrieb für Erwachsene oder die Umsetzung eines Senioren-Cafés möglich sein soll. Die Cafeteria soll Begegnungen ermöglichen, die Integration neuzugezogener Menschen vereinfachen und so das Gemeinschaftsgefühl im Dorf stärken.

Jugendliche würden bei Aufbau- und Umsetzungsphase mithelfen

«Viele Jugendliche aus Oberägeri würden auch eine offene Werkstatt begrüssen, in der sie selbstständig ihre Fahrräder und Mofas reparieren könnten», schreibt die Jugendarbeit Ägerital weiter. Eine solche Werkstatt wäre für die Förderung von organisatorischen, handwerklichen und sozialen Kompetenzen Jugendlicher ein geeignetes Gefäss. Weiter erachten es die Jugendlichen und jungen Erwachsenen als wünschenswert, die Räume im Haus für Kurse und Kunstschaffende zur Verfügung zu stellen.

Die Jugendlichen würden sich bereit erklären, während der Aufbau- und Umsetzungsphase beispielsweise beim Betrieb einer Cafeteria oder eines Kiosks sowie bei Aufbauarbeiten und beim Einrichten einer Werkstatt mitzuwirken.

Gemeindepräsident Güntert erklärt:

«Welche Idee schlussendlich weiterverfolgt wird, entscheidet der Gemeinderat. Danach wird er die Strategiekommission sowie die Bevölkerung über das geplante Vorhaben informieren.»

Für die überzeugendsten Investitionen werden dann Kreditanträge an der Gemeindeversammlung gestellt. «Das Areal soll zügig einer Zwischennutzung zugeführt werden», wünscht sich Güntert.