Medizin
Am Zuger Kantonsspital steht ein neues Untersuchungsverfahren zur Verfügung

Nach rund halbjähriger Bauzeit nimmt die Nuklearmedizin des Luzerner Kantonsspitals am 4. Oktober am Zuger Kantonsspital ein sogenanntes PET/CT-Gerät in Betrieb. Die beiden Spitäler vertiefen damit ihre Zusammenarbeit.

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Mit der Inbetriebnahme des PET/CT-Geräts erfolge ein weiterer wichtiger Schritt, um das spezialisierte medizinische Angebot im Kanton Zug zu erweitern, heisst es in einer gemeinsamen Medienmitteilung der Spitäler. Bereits seit Januar 2019 bietet das Luzerner Kantonsspital (Luks) der Zuger Bevölkerung vor Ort am Zuger Kantonsspital die Strahlentherapie an.

«Das neue Angebot ist ein weiterer wichtiger Meilenstein für die umfassende Diagnostik und Behandlung von onkologischen Patientinnen und Patienten im Kanton Zug und den umliegenden Regionen. Damit können wir der wachsenden Nachfrage nach PET/CT-Untersuchungen gerecht werden», wird Michael Bodmer, Chefarzt Medizinische Klinik am Zuger Kantonsspital, zitiert. Die Durchführung und Befundung erfolgen durch das Team der Nuklearmedizin des Luks. «Wir reagieren damit auf ein Patientenbedürfnis und vertiefen unsere langjährige gute Zusammenarbeit in der nuklearmedizinischen Tumordiagnostik mit dem Zuger Kantonsspital», so Klaus Strobel, Co-Chefarzt und Leiter Nuklearmedizin am Luks.

Kleine Tumorherde und Ableger können besser nachgewiesen werden

Die Positronen-Emissions-Tomografie/Computer-Tomografie ist heute zur genauen Abklärung von vielen Tumorerkrankungen unverzichtbar. Mit leicht radioaktiven «Stoffwechselspionen» können kleine Tumorherde und Ableger empfindlicher als mit anderen bildgebenden Methoden nachgewiesen und exakt lokalisiert werden. Zunehmende Bedeutung hat die PET/CT auch bei der Abklärung von Entzündungsherden im Rahmen von Infektions- beziehungsweise Rheumaerkrankungen und bei Hirnerkrankungen wie etwa Morbus Alzheimer. Nachdem am Universitätsspital Zürich im Jahr 2001 das weltweit erste PET/CT-Gerät in Betrieb genommen wurde und diese Technik am Luks seit 2009 erfolgreich und mit steigender Nachfrage eingesetzt wird, profitieren jetzt auch die Zuger Patientinnen und Patienten wohnortnah von dieser modernen Diagnostik. Sie wird vorerst an drei Wochentagen angeboten.

Das Zuger Kantonsspital und das Luks arbeiten seit 2019 bei der Tumorbestrahlung eng zusammen. Damals wurde die Strahlentherapie in Baar eröffnet, die seither durch das Team der Radio-Onkologie des Luks betrieben wird. Mit dem neuen Gerät können auch Bilder zur Bestrahlungsplanung direkt vor Ort in Baar angefertigt werden. Weiter wird das neue Gerät durch das Zuger Kantonsspital für spezielle Abklärungen der Herzkranzgefässe genutzt. (rh)