Kommentar «Chefsache»
EVZ-Stadionerweiterung: Der Klub bleibt Mieter – einen Schönheitsfehler gibt es dabei

Die Stadt Zug und der EVZ haben sich über die Finanzierung der Erweiterung der Bossard-Arena geeinigt. Der EVZ als Mieter und Hauptnutzer wird die Erweiterung realisieren und finanzieren. Dieses Modell ist auch dem Druck aus der Politik geschuldet.

Harry Ziegler
Harry Ziegler
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Es ist schon länger ein Thema: Der EVZ ist aus sportlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Gründen auf eine Erweiterung der Zuschauer- und Gastronomie-Kapazitäten in der Bossard-Arena angewiesen. Die Frage ist dabei, wer soll das Bezahlen? Noch Mitte dieses Jahres rieben sich die eishockeyaffinen Zugerinnen und Zuger verwundert die Augen. Das Stadtparlament stellte sich gegen das Abtreten der Bossard-Arena im Baurecht. Die Stadt solle Eigentümerin der Arena bleiben.

Das Abtreten im Baurecht wäre für den EVZ die effizienteste Lösung gewesen. Der Klub hätte die Erweiterung bezahlt. Das tut er nun nach dem neuen Deal mit der Stadt Zug zwar auch und zeigt sich überdies grosszügig: Der EVZ wird Mieter der Arena bleiben, investiert ins Gesamtprojekt 36 Millionen Franken und schenkt der Stadt den Erweiterungsrohbau, die Installationen sowie die Gebäudehülle im Wert von rund 22 Millionen Franken. Die Ausbauflächen, die Einnahmen generieren, gehören dem EVZ.

Offenbar rechnen sich die Investition und das Mietermodell für den EVZ. Und die nach der Erweiterung 9000 Fans (heute bietet die Arena 7200 Fans Platz) wird das ausgebaute Gastronomieangebot freuen. Ein Problem bleibt allerdings: Zwischen Stadt und EVZ geschaltet ist immer noch die Kunsteisbahn Zug AG (KEB), quasi der Hauswart der Bossard-Arena. Der Klub verhandelt also mit zwei Herren. Wobei die KEB im Besitz der Stadt ist. Hier wurde die Chance verpasst, die Struktur zu verschlanken. Nun, dem sportlichen und unternehmerischen Ehrgeiz des EVZ wird das keinen Abbruch tun. Das ist nicht mehr als ein Schönheitsfehler.