Kolumne
«Zuger Ansichten»: Die Pflege unseres Pflegesystems

SP-Kantonsrat Drin Alaj macht sich Gedanken zur Situation der Pflegefachpersonen.

Drin Alaj, Kantonsrat SP, Cham
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Die Gesundheit ist unser wertvollstes Gut. Daher ist ein solides und zuverlässiges Gesundheitssystem unverzichtbar für unsere Grundversorgung. Die Coronapandemie hat uns aufgezeigt, wie verwundbar unser Gesundheitssystem ist.

Drin Alaj.

Drin Alaj.

Bild: PD

Eine Pandemie im Jahr 2030 wäre womöglich nicht zu bewältigen, denn dafür werden uns bis dahin 65000 zusätzliche Pflegende fehlen. Der Schweiz gelingt es aktuell nicht, ausreichend Personal für den bestehenden und zukünftigen Bedarf an professioneller Pflege auszubilden. Zudem gaben an einer Umfrage der Unia vom Jahr 2019 rund 50 Prozent der ausgebildeten Pflegefachpersonen an, ihren Beruf schon vor der Pensionierung aufgrund von Stress, einem unausgewogenen Schichtsystem oder als zu niedrig erachteten Löhnen verlassen zu wollen.

Ausserdem zeigen 20 bis 40 Prozent der Pflegefachkräfte Symptome von Burn-out, Depressionen oder Angsterkrankungen auf. Betroffen von dieser besorgniserregenden Entwicklung sind insbesondere Frauen und Mütter, die den grössten Teil der Beschäftigten im Pflegebereich ausmachen. Wollen wir tatenlos dabei zusehen, wie die Schweiz auf einen Pflegenotstand zusteuert? Ich nicht! Deshalb stimme ich am 28. November 2021 mit grosser Überzeugung Ja zur Pflege-Initiative.

Die Volksinitiative «Für eine starke Pflege (Pflege-Initiative)» wirkt dieser ernst zu nehmenden Situation entgegen. Sie verlangt, dass die Schweiz genügend Pflegefachpersonen ausbildet, die Pflegequalität langfristig sichert und fairere Arbeitsbedingungen schafft. Denn diese Berufsgruppe ist unverzichtbar für unsere Grundversorgung. Gute Pflege braucht Zeit. Zeit, um sich weiterhin mit Menschlichkeit und Fachkompetenz um die Patientinnen und Patienten – um uns – zu kümmern.

Mit Annahme der Pflege-Initiative tragen wir Sorge zu den Menschen, welche sich in schweren Zeiten verantwortungsvoll um uns sorgen.

In der Kolumne «Zuger Ansichten» äussern sich Kantonsrätinnen und Kantonsräte zu einem frei gewählten Thema. Ihre Meinung muss nicht mit jener der Redaktion übereinstimmen.