Kolumne: «Die junge Sicht»
Mit der Bevölkerung die Gemeinde gestalten

Livia Engel von den Grünen Risch-Rotkreuz über die Folgen des schnellen Wachstums der Ennetseegemeinde.

Livia Engel, Gemeinderats- und Kantonsratskandidatin, Grüne Risch-Rotkreuz
Livia Engel, Gemeinderats- und Kantonsratskandidatin, Grüne Risch-Rotkreuz
Drucken
Livia Engel

Livia Engel

Bild: PD

Der Kanton Zug ist in den letzten Jahrzehnten stark gewachsen, bei der Bevölkerungszahl mit knapp 130'000 Personen, aber auch bei der Mobilität. Dies führt beim Kanton und in den Gemeinden zu grossen Herausforderungen.

Alle Gemeinden arbeiten nun an ihren Ortsplanungsrevisionen. Mit dieser neuen «Räumlichen Strategie» wurden die Grundlagen für die Anpassung der Bau- und Zonenordnung der Gemeinde gelegt. Im Zusammenhang mit der Ortsplanungsrevision haben die Grünen Risch-Rotkreuz in den vergangenen Jahren ein Visionspapier erarbeitet. Darin werden Ideen präsentiert, wohin sich die Gemeinde in den nächsten 20 Jahren entwickeln soll. Aus meiner Sicht fehlt der Gemeinde Risch eine konkrete Vision und Planung, wie sich die Kleinstadt in den nächsten Jahrzehnten verändern soll.

Bei den Grünen Risch-Rotkreuz haben wir uns deshalb ausführlich am Vernehmlassungsverfahren beteiligt, sondern auch das Visionspapier aktiv auf dem Kreuzplatz der Bevölkerung präsentiert, mit ihnen diskutiert und sie zur Mitwirkung beim Vernehmlassungsverfahren ermuntert. Im Visionspapier wurden verschiedene Schwerpunkte gesetzt. Einerseits beschäftigt das Thema Mobilität die Gemeinde seit Jahren. Zukünftig sollen attraktive und sichere Fuss- und Velowege gefördert werden. Das Dorfzentrum soll hierbei verkehrsberuhigt werden. Auch braucht es Antworten von den Behörden gegen weitere Hitzesommer: Es braucht mehr Pärke und Grünanlagen. Eine Offensive mit Baumpflanzen soll mit der Bevölkerung umgehend angepackt werden. Weitere Brunnen und Trinkanlagen sollen zum Wohlbefinden beitragen. Ansprechende Begegnungsorte und neue Kulturstandorte sollen die Lebensqualität in den Quartieren und Aussendörfern erhöhen. Schlussendlich sollen bezahlbarer Wohnraum, Strukturen der Nachbarschaftshilfe und generationenübergreifende Projekte das Zusammenleben im Dorf verbessern.

In den kommenden Jahrzehnten wird das Zentrum von Rotkreuz nicht mehr zu erkennen sein. Der Bau der Alterswohnungen, des Pflegeheims, eines neuen Bahnhofs, eines neuen Gemeindehauses, der neuen Kantonsschule sowie der Sport- und Freizeitanlagen führt zu einer kompletten Neugestaltung des Dorfkerns.

Da dieses zukunftsweisende Projekt das Dorfbild und Dorfleben der nächsten Jahre bestimmt, ist es umso wichtiger, eine ökologische und soziale Stimme im Gemeinderat vertreten zu haben. Hier möchte ich im Gemeinderat den Fokus nicht nur auf das nachhaltige Bauen legen, sondern die Anliegen und Bedürfnisse der Menschen, insbesondere der jüngeren Generationen, mehr ins Zentrum zu rücken. Letztendlich werden diese jungen Generationen am meisten mit den Auswirkungen unserer heutigen Entscheidungen leben müssen, weswegen es umso wichtiger ist, junge Kräfte in den Prozess miteinzubeziehen. Bei all diesen vielschichtigen Projekten muss klimafreundlich und langfristig gedacht werden, damit unsere Gemeinde auch noch in Zukunft ein attraktiver Ort zum Leben sein wird.

In der Kolumne «Die junge Sicht» äussern sich Mitglieder der Zuger Jungparteien zu frei gewählten Themen. Ihre Meinung muss nicht mit derjenigen der Redaktion übereinstimmen.