Kanton Zug
Projekt «Sek I plus»: Schülerinnen und Schüler tragen mehr Verantwortung für das eigene Lernen

Die Schülerinnen und Schüler der gemeindlichen Oberstufen werden gezielter auf die angestrebte Berufs- oder Schullaufbahn vorbereitet.

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Das Projekt «Sek I plus – Neugestaltung 9. Schuljahr» bezweckt, die Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I noch gezielter auf die angestrebte Berufs- oder Schullaufbahn am Ende der obligatorischen Schulzeit vorzubereiten. Die Einführung ist laut Mitteilung der Direktion für Bildung und Kultur abgeschlossen und die Elemente des Projekts werden in den Regelbetrieb überführt.

Die vier Elemente Berufsorientierung, Profilbildung, Unterrichts- und Arbeitsformen sowie das Abschlussdossier strukturieren die Neuerungen. Im Ergebnis arbeiten die Schülerinnen und Schüler noch selbstständiger an ihren Stärken und Schwächen. Eigenverantwortung und individuelle Profilbildung mit Blick auf die Anschlusslösungen der Schülerinnen und Schüler werden gefordert und gefördert.

Erfolge und Herausforderungen

Mit Blick auf die Handlungsfreiheit und die unterschiedlichen Voraussetzungen der Gemeinden wurde eine sechsjährige Einführungsphase beschlossen. Der neue Projektunterricht und die damit verbundenen Abschlussarbeiten konnten in vielen Gemeinden rasch umgesetzt werden. Die Präsentation der Abschlussarbeiten der Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen entwickelte sich vielerorts zu einem Höhepunkt am Ende der obligatorischen Schulzeit. Erwartungsgemäss brauchte die Einführung der Lernstudios, wo vermehrt selbstständig gelernt und das eigene Lernen geplant wird, mehr Vorlaufzeit. Räumlichkeiten mussten umgenutzt oder geschaffen werden. Nicht zuletzt führten die Neuerungen dazu, dass sich auch die Lehrpersonen intensiv mit ihrer Rolle und ihren Beiträgen auseinandersetzen mussten.

Fit für die Zukunft

Im Frühjahr 2020 wurde das Konzept «Sek I plus» und die damit verbundenen Standards durch das «Institut Bildungsevaluation, Entwicklung und Beratung» der Pädagogischen Hochschule St.Gallen evaluiert. Dabei wurden die Einführung und Umsetzung als sehr gelungen beurteilt. Auch erstes Verbesserungspotenzial wurde aufgezeigt. So kann zum Beispiel in Zukunft auf die aufwendige, in der Praxis aber selten nachgefragte Schlussdokumentation verzichtet werden. «‹Sek I plus› macht die Schülerinnen und Schüler und die gemeindlichen Schulen der Sekundarstufe I fit für die Zukunft», wird der Zuger Bildungsdirektor Stephan Schleiss in der Mitteilung zitiert. Und: «Es gibt tatsächlich keinen Grund, jedes Jahr mehr Schülerinnen und Schüler nach der Primarschule direkt ans Langzeitgymnasium zu schicken. Im Gegenteil.» (haz)