Gratis-Parkplatz und -Ladestation für Teslafahrer

Vier öffentliche Parkplätze mit Ladestationen in Zug werden von vielen Fahrzeugen und häufig genutzt. Ein fünfter Platz wird umgestaltet und mit einer neuen Station versehen, weil ein Schlaumeier raffiniert und egoistisch gehandelt hat.

Charly Keiser
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Auf diesem Gratisplatz an der Zugerberstrasse in Zug steht fast täglich stundenlang das gleiche Auto. (Bild: Stefan Kaiser, 5. April 2019)

Auf diesem Gratisplatz an der Zugerberstrasse in Zug steht fast täglich stundenlang das gleiche Auto. (Bild: Stefan Kaiser, 5. April 2019)

Einen Gratisparkplatz und dazu erst noch Gratisstrom, um sein Elektroauto zu laden. Dies nutzt bislang ein Teslafahrer, der seinen Zehntausende Franken teueren Untersatz fast täglich an der Zugerbergstrasse unterhalb des Pulverturms abstellt. «Das hat mir tatsächlich den Vorwurf eingebracht, ich würde reiche Teslafahrer unterstützen», bestätigt Stadtrat Urs Raschle den Umstand und erklärt: «Wir hatten eine zweijährige Förderaktion, bei der an allen Stationen gratis Strom geladen werden konnte und an der Zugerbergstrasse sogar keine Parkgebühr zu entrichten war.» Doch dies werde sich nun ändern, betont Raschle. Genauer werde ein normales Parkfeld hinzugefügt und das neue Angebot der WWZ installiert. «Wir gehen mit dem guten Beispiel voran und kaufen und installieren genau die gleiche Station, die die WWZ Privaten anbietet.» Wie am Donnerstag bekanntgegeben, leiste die Stadt in einer Sonderaktion für private Ladestationen bis Ende 2020 einen Investitionsbeitrag von 800 Franken.

Unterstützung für Private

Nebst der besagten Ladestation gebe es in der Stadt Zug momentan die vier öffentlichen Ladestationen am Bundesplatz, an der Allmendstrasse, der Dammstrasse und in Oberwil, führt Raschle aus. «Die haben wir ja vor zwei Jahren zusammen mit der WWZ lanciert. Dabei handelt es sich um sogenannte ‹Supercharger›.» Die Station an der Zugerbergstrasse sei schon etwa acht Jahre alt und es mache Sinn, wenn diese nun ersetzt werde. «Im Moment sind keine zusätzlichen öffentlichen Ladestationen geplant», antwortet Raschle: «Wir unterstützen wie gesagt Private, wenn sie öffentlich zugängliche Ladestellen installieren», doppelt er nach. Diese neuen Stationen böten im Übrigen eine Abrechnung, auf der die verschiedenen Bezüger aufgelistet seien. Ist in der Stadt eine Schnellladestation, wie in Rotkreuz geplant? «Nein», antwortet Raschle. Die fünf dezentralen öffentlichen Stationen würden den grössten Teil der Stadt abdecken. «Und wir hoffen, dass einige private Plätze hinzukommen, die dann auch für alle öffentlich zugänglich sind.»

Hohe Nutzung

Fast ständig genutzt würden die Ladestationen auf dem Bundesplatz und an der Dammstrasse. Auch die Station an der Allmendstrasse sei recht gut ausgelastet, beantwortet Raschle die diesbezügliche Frage. «Nicht ganz so häufig werden Elektrofahrzeuge in Oberwil geladen. Aber das haben wir zum Voraus erwartet und das Wachstum ist in Oberwil am stärksten. Wir sind alles in allem sehr zufrieden, mit der Auslastung der öffentlichen Ladestationen», betont er. 29 Rappen kostet die Kilowattstunde an diesen öffentlichen Säulen. Wer eine private Station errichtet und einen Investitionsbeitrag bekommen will, muss eine Leistung von mindestens 11 Kilowattstunden anbieten, der Strom muss mindestens zu 80 Prozent Solarenergie beinhalten und er darf nicht teurer als für 40 Rappen pro Kilowattstunde verkauft werden. Unterstützt wird beim städtischen eMobiläts-Projekt für private Ladestationen pro Objekt auch die Infrastruktur für mehrere Ladestationen, insbesondere die Basisinstallationen von Systemlösungen mit Lastmanagement. Die Stadt Zug übernimmt dabei 30 Prozent der Initialkosten bis maximal 5000 Franken.