Glosse
Die Barriere zwischen Arbach und dem Loreto-Quartier: Ein Fixstern für Verkehrssünder

Für etliche Diskussionen hat sie bereits gesorgt, die Barriere zwischen dem Zuger Loreto-Quartier und dem Baarer Weiler Arbach. Seit Mitte November war die Schranke zweimal verbogen und lag zweimal am Boden. Das soll nun ein Ende haben.

Raphael Biermayr
Raphael Biermayr
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Die Schranke zeigt den Reisenden an, wo es nicht weitergeht. Anders als der Stern von Betlehem, der hier übrigens nicht zu sehen ist: Das oben links, das ist der Mond.

Die Schranke zeigt den Reisenden an, wo es nicht weitergeht. Anders als der Stern von Betlehem, der hier übrigens nicht zu sehen ist: Das oben links, das ist der Mond.

In diesen Tagen wird wieder vom Stern von Betlehem die Rede sein. Dieser geheimnisvolle Himmelskörper – seine wahre Identität ist wie vieles im Neuen Testament nach wie vor ungeklärt – weist den drei Weisen aus dem Morgenland den Weg zum Stall, wo Jesus geboren wurde. Er dient also der Orientierung in der dunklen Nacht. So ähnlich verhält es sich mit einem überaus irdischen Leuchtkörper: der Barriere zwischen dem Zuger Loreto-Quartier und dem Baarer Weiler Arbach.

Damit nicht genug der Parallelen. Der Stern von Betlehem kann getrost als flankierende Massnahme des Weihnachtswunders bezeichnet werden. Und die Schranke ist eine flankierende Massnahme der Tangente Zug–Baar, ihres Zeichens das Verkehrswunder im Kanton.

Gerade noch rechtzeitig hat es die Gemeinde Baar geschafft, die Barriere zu beleuchten, damit es für Autofahrer auf der Alten Baarerstrasse zu Weihnachten kein unerwünschtes Geschenk gibt. In ihren ersten Arbeitswochen seit Mitte November war die Schranke zweimal verbogen und lag zweimal am Boden. Nun ist sie also ein Fixstern.

Schade nur, dass die Abschrankung kraft ihrer Bestimmung die Reisenden behindert; ganz anders also als der Stern von Betlehmen, der jene zu neuen Horizonten führt. Wobei: Wenn man es sich recht überlegt, zeigt die Barriere ebenfalls neue Wege auf – um gegen das Strassenverkehrsgesetz zu verstossen. Unser Leser Hanspeter Beck, der die Umgehungsmanöver der Autofahrer von seinem Esstisch aus beobachten kann, hat eine Skizze dazu angefertigt.

Die Schranke lässt sich umgehen, skizziert von Leser Hanspeter Beck.

Die Schranke lässt sich umgehen, skizziert von Leser Hanspeter Beck.

In diesem Sinne kann der Weihnachtswunsch nur lauten: Möge die Erleuchtung Barrieren abbauen.