Gemeindeversammlung
Steinhauser Gemeinderat will die Motion zum Schul-Schwimmunterricht als nicht erheblich erklären ‒ viele Ortsparteien sind da anderer Meinung

Die Motion verlangt, dass der Gemeinderat eigene Massnahmen zur Erteilung des Schwimmunterrichts entwickelt und prüft, um möglichst rasch und langfristig einen vollständigen, regulären Schwimmunterricht für Schülerinnen und Schüler zu ermöglichen.

Tijana Nikolic
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Ansicht vom Steinbock-Brunnen aus auf das Zentrum von Steinhausen.

Ansicht vom Steinbock-Brunnen aus auf das Zentrum von Steinhausen.

Stefan Kaiser (Steinhausen, 14. Juli 2020)

Am Donnerstag stimmt die Steinhauser Gemeindeversammlung über die Beantwortung der Motion «Steinhauser Kinder erhalten regulären Schwimmunterricht», eingereicht von den Grünen, der FDP und der SVP, ab. Die Motion verlangt, dass der Gemeinderat eigene Massnahmen zur Erteilung des Schwimmunterrichts entwickelt und prüft, um möglichst rasch und langfristig einen vollständigen, regulären Schwimmunterricht zu ermöglichen.

Denn die Steinhauser Schülerinnen und Schüler erhalten gegenwärtig keinen vollständigen und Lehrplan 21-konformen Schwimmunterricht. Die Gemeinde muss deswegen regelmässig beim Bildungsrat eine Reduktion des Lehrplans für die Schülerinnen und Schüler beantragen. Dies muss sich allerdings laut dem Bildungsrat künftig ändern.

In einem weiteren Traktandum wird in diesem Zusammenhang über weitere Optionen einer Erweiterung des Schulraums, inklusive den dadurch ermöglichten Schwimmunterricht in Steinhausen, abgestimmt. Dies, nachdem an der Gemeindeversammlung vom 2. Dezember 2021 der Studienauftrag zur Verdichtung der Schulanlage Sunnegrund abgelehnt wurde.

Die Gemeinde Steinhausen setzt eine Arbeitsgruppe zur Klärung ein, die unter anderem aufzeigen soll, wie die Lösung zur Erteilung des Schwimmunterrichts aussehen könnte.

Unzufrieden mit der Antwort des Gemeinderats

Fast alle Ortsparteien fassen für die beiden Traktanden die Ja-Parole, trotz der Empfehlung des Gemeinderats, sie für nicht erheblich zu erklären. Bei der Partei die Mitte Steinhausen beispielsweise waren auch kritische Voten zur Schwimmunterricht-Motion zu vernehmen, wie es auf Anfrage heisst.

Eine Mehrheit der FDP versteht es nicht, dass die überparteiliche Motion betreffend des Schwimmunterrichts nicht auch als erheblich eingestuft wird. «Es verstreichen doch Jahre bis ein Neubau mit Schwimmbecken in Betrieb genommen werden kann. Darum entschied eine Mehrheit von uns, dass auch diese Motion als erheblich erklärt werden soll, um den Druck zur Schaffung von Lösungen aufrechtzuerhalten zu können», sagt Reto Schorta, Präsident der FDP Ortspartei Steinhausen.

Die Beantwortung der Motion ist für die Grünen unbefriedigend. Die Motionäre verlangen eine zeitnahe Lösung für die fehlenden Schwimmlektionen. Der Gemeinderat mache es sich in der Beantwortung einfach, indem er auf bereits getätigte erfolglose Abklärungen, die Motion in Traktandum 6 sowie die Arbeitsgruppe verweise. «Gefragt sind hier jedoch umgehende Massnahmen sowie eine stete Rechenschaft über diese Bemühungen», sagt Edith Seger Niederhauser, Präsidentin Grüne Steinhausen.