Gegen Hass im Internet
Verein «NetzCourage» erhält keine Bundesgelder mehr

Der Verein der Zugerin Jolanda Spiess-Hegglin wird künftig kein Geld mehr vom Gleichstellungsbüro des Bundes erhalten. Grund dafür sind Kontroversen um die Kommunikation sowie umstrittene Äusserungen von Spiess-Hegglin selbst.

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Der Verein «NetzCourage» setzt sich gegen Hassrede und Diskriminierung im Internet ein. Nun hat das Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann (EGB) die Finanzierung an den Verein eingestellt. Dies teilt Spiess-Hegglin am Donnerstagabend auf Twitter mit.

Zwar werde die «immense Arbeit» des Vereins nicht angezweifelt. Doch die Behörden wünscht laut dem «Tages-Anzeiger» eine «bessere, detailliertere und proaktivere» Kommunikation des Vereins. Der Verein nimmt dazu am Freitag via Medienmitteilung Stellung:

«Dass die nachweislich wichtige Arbeit der #NetzAmbulanz – der einzigen Beratungsstelle der Schweiz bei Digitaler Gewalt – nun nicht mehr vom Gleichstellungsbüro finanziert wird, bedauern wir.»
Jolanda Spiess-Hegglin.

Jolanda Spiess-Hegglin.

Bild: Urs Flüeler / KEYSTONE

Dennoch werde kein Rekurs gegen die Verfügung des Gleichstellungsbüros einlegen, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Der Verein Netzcourage behalte trotzdem seinen Fokus und suche nun den richtigen Partner in der Schweiz für die Umsetzung der Istanbul Konvention, welche vor wenigen Wochen um das Thema «Digitale Gewalt an Frauen» ergänzt wurde.

Den gestrichenen Bundesmitteln vorausgegangen waren die Diskussionen um einen Twitter-Beitrag, den Spiess-Hegglin gelikt hatte. Darauf zu sehen war die Journalistin Michèle Binswanger mit abgeschlagenem Kopf. Darauf schickte das EGB «NetzCourage» eine Mahnung. Zudem habe es der Verein zuletzt unterlassen, die Behörde vor einem Wechsel im Präsidium zu konsultieren.

Der Verein «NetzCourage» hätte insgesamt 192’000 Franken Bundesmittel erhalten. Damit hätte eine Anlaufstelle für Opfer von Cyber-Gewalt aufgebaut werden sollen. (PilatusToday/stg)