Leserbrief
Gartenstadt verliert ein Stück Garten

Zum Charakter der Gartenstadt in Zug und dem Verlust von Schreber- und Gemüsegärten

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«Die Gartenstadt Zug ist ein wichtiger Zeitzeuge der Stadtentwicklung während der Industrialisierung. Sie entstand ab 1919 als einfache Siedlung für Arbeiter und Angestellte.» Im Gestaltungshandbuch Ortsschutzbildzone Gartenstadt Zug wird der Charakter der Gartenstadt beschrieben. Die Gemüse­gärten rund um die Häuser dienten damals zur Selbstversorgung der Mieterinnen und Mieter. Sie sind auch heute noch zu sehen, verschwinden aber leider immer mehr. So auch bei den zwei neu renovierten Häusern an der Herti- und Aabachstrasse.

Gewisse Stimmen werden wahrscheinlich anmerken, dass Schrebergärten nicht mehr zeitgemäss sind und nichts verloren haben rund um Miethäuser. Ich bin der Meinung, dass sie gerade in der heutigen Zeit wieder eine wichtige Funktion für die eigene Versorgung bekommen und einen Bezug zur Herstellung von Nahrung schaffen. Als Zeitzeuge sollten sie in einem historischen Quartier nicht einfach durch Rasenflächen ersetzt werden.

Astrid Estermann, Zug