Vereine
Energie auf dem Velo entdecken

Der Verein Pro Velo Zug hat auf einer 20 Kilometer langen Fahrt mehr über Turbinen und mehr gelernt.

Drucken
Die Gruppe hat das Kleinwasserkraftwerk Untermühle in Cham besucht.

Die Gruppe hat das Kleinwasserkraftwerk Untermühle in Cham besucht.

Bild: PD

Lokale Energieversorger gibt es auch im Kanton Zug, einige kennt man, andere weniger. 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich drei davon an der 7. Velo-Kultour vom 2. Juli genauer angeschaut. Verbunden mit einer vergnüglichen, rund 20 Kilometer langen Velofahrt wurde zudem die eigene Energie eingesetzt, um den Kanton in einer weiteren Thematik zu entdecken.

Treffpunkt bei angenehmen Temperaturen und Sonnenschein beim Mobility Hub auf dem Areal der V-Zug. Worum geht es hier? Der leitende Architekt für die Arealplanung des Tech Clusters, Ivo Langenick, erklärt den Anwesenden, dass es sich um ein Generationenprojekt der Tech Cluster Zug AG mit dem Ziel zum minimalen Ressourcenverbrauch handelt. Fotovoltaik und Anbindung an den öffentlichen Verkehr, Verdichtung und Grünflächen sowie Förderung des Langsamverkehrs. Dies alles soll zu einer qualitativ wertvollen Quartierentwicklung beitragen. V-Zug produziert weiterhin vor Ort und investiert in die Entwicklung von mit Wasserstoff betriebenen Fahrzeugen. Lassen wir uns überraschen, was alles in den nächsten 30 Jahren hier entstehen wird.

Die Wasserkraft im Kanton Zug kennt man insbesondere vom Lorzentobel, wo sich zwei grössere Kraftwerke befinden. Ein Beispiel für ein Kleinwasserkraftwerk gibt es in der Untermühle in Cham. Diese Art von Kraftwerken war um 1900 weit verbreitet und erfreut sich heute erneutem Interesse.

Sogar die Fische kann man beobachten

Das alte Kraftwerk dient als wunderbares Beispiel für mechanische Perfektion. Zurückversetzt in alte Zeiten, mit dem Geruch von damals in der Nase, erzählt uns Andreas Fröhlich, Guide bei Energie Zukunft Schweiz, von der alten Anlage. Draussen, wo sich die Lorze vor dem neuen Turbineneingang staut und einen gemächlichen Eindruck hinterlässt, kann man die Fische bei ihrem «Schwumm» zur Fischtreppe beobachten und die Biberbrücken bestaunen, welche zur ungehinderten Überwindung des Kleinkraftwerkes dienen. Die Biber waren doch schon an der letztjährigen Velo-Kultour ein Thema. Im neu erstellten Kraftwerkteil geht’s laut zu und her. Da tosen 12 Kubikmeter Wasser pro Sekunde durch die neue Kaplanturbine und liefern doppelt so viel Energie gegenüber der alten, stillgelegten Turbine. Es wird wieder mal klar, welche Kraft Wasser hat.

Schon ging es auf unseren Fahrrädern rasant hinab, um den Gegenanstieg mit möglichst viel Energie und Schwung Richtung Biomasse-Heizkraftwerk Hünenberg überwinden zu können. Hier wird aus biogenen Abfällen der Region Wärme produziert. Hauptlieferant von Biomasse sind die umliegenden Höfe mit ihrer Gülle. Diese wird durch ein fix installiertes Rohrsystem in die Anlage gepumpt. Das durch den Gärprozess entstehende Methan wird im Gasmotor des BHKW (Blockheizkraftwerk) verbrannt. Es wird Strom und Wärme produziert. Das aufgeheizte Wasser dient als Fernwärmequelle. Öffentliche Gebäude, aber auch Mehrfamilienhäuser und Neuüberbauungen werden ans Fernwärmenetz der BiEAG angeschlossen. Die Gülle wird nach der Verwertung als nährstoffreiche und geruchsfreie Gärjauche auf den Feldern ausgebracht. Laut Erich Wenger, ehemaliges Verwaltungsratsmitglied der BiEAG und jetzt für die Führungen zuständig, sind jedoch vergärbare Co-Substrate energiereicher. Unser strapazierter Geruchssinn war erleichtert, als die Tour an der frischen Luft beendet werden konnte. Wir danken allen Referenten für die Einblicke in Energien.

Für Pro Velo Zug: Maria Ellend Wittwer

Vereine & Verbände: So funktioniert’s
Ihre redaktionellen Beiträge sind uns sehr willkommen. Wir nehmen gerne Berichte entgegen, weisen in dieser Rubrik allerdings nicht auf kommende Anlässe hin. Ihre Texte und Bilder für diese Seite können Sie uns per E-Mail senden.

Unsere Adresse lautet: redaktion-zugerzeitung@chmedia.ch.

Bitte beachten Sie, dass wir in dieser Rubrik Texte von maximal 3500 Zeichen abdrucken. Fotos sollten Sie in möglichst hoher Auflösung an uns übermitteln. Schicken Sie sie bitte als separate Bilddatei, nicht als Teil eines Word- Dokuments.

Herzlichen Dank für Ihren Beitrag. Gerne können Sie den Artikel-Link auch auf dem Social-Media-Account Ihres Vereins posten.