Ein Neuheimer hat die 50 grössten Schweizer Seen durchquert

Patrick Lussi aus Neuheim hat sein Ziel erreicht: Er hat mit dem Stand-up-Paddle über 580 Kilometer auf 50 Schweizer Seen zurückgelegt.

Laura Sibold
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Patrick Lussi auf dem Lai da Sontga Maria in Graubünden, über den er Mitte Juli gepaddelt ist. (Bild: PD)

Patrick Lussi auf dem Lai da Sontga Maria in Graubünden, über den er Mitte Juli gepaddelt ist. (Bild: PD)

Vor zehn Jahren entdeckte Patrick Lussi das Stand-up-Paddeln (SUP) für sich, Anfang Jahr startete er mit «50 Lakes of Switzerland» ein einzigartiges Projekt: Er wollte die 50 flächenmässig grössten Seen der Schweiz in Längsrichtung durchpaddeln.

Im Februar begann der Neuheimer mit dem halb gefrorenen Ägerisee, um sich bald darauf weiter entfernten und grösseren Seen zu widmen. Kürzlich konnte Lussi sein Projekt erfolgreich beenden. Im Interview blickt der 39-Jährige zurück.

Gewisse Menschen nahmen sich Anfang 2019 vor, mit dem Rauchen aufzuhören oder abzunehmen. Sie beschlossen, die 50 grössten Seen der Schweiz zu durchpaddeln. Wie kommt man auf diese Idee?

Patrick Lussi: Ich wollte mir eine Auszeit vom Arbeitsalltag nehmen. Dafür wollte ich aber nicht ins Ausland reisen, sondern bei meiner Familie bleiben und die Schweiz kennen lernen. Aus dem ursprünglichen Plan, zu Fuss durch die Schweiz zu wandern, wurde dann am Ende die Idee mit dem Stand-up-Paddel.

Insgesamt haben Sie 583 Kilometer auf dem Wasser zurückgelegt. War das nicht ein Kraftakt?

Schon, schliesslich sind 580 Kilometer ja einmal quer durch die Schweiz und zurück. Aber ich habe klein angefangen, mit fünf Kilometern über den Ägerisee. Bald darauf kam der Zugersee, wo ich merkte, dass es gut geht, drei Stunden am Stück zu paddeln. Die meisten Seen hatten zwischen 10 und 15 Kilometer Paddeldistanz. Wie streng das Paddeln ist, kommt stark auf die Bedingungen, wie etwa Gegenwind oder Wellengang, an.

Welches war die längste Strecke, die Sie am Stück gepaddelt sind?

Den Genfersee paddelte ich in Etappen von mehreren Stunden, die anderen Seen jeweils am Stück. Die längste Strecke ohne Pause war der Bodensee. Für die 64 Kilometer Paddeldistanz brauchte ich etwas mehr als zwölf Stunden.

Welcher der 50 Seen war Ihr persönliches Highlight?

Das Schönste war es, draussen in der Natur zu sein und auf eine entschleunigte Art alle Seen aus einer anderen Perspektive zu sehen. Wir haben so viele schöne Seen in der Schweiz! Besonders in Erinnerung geblieben sind mir die Bündner Bergseen, der Greyerzersee und der Lac de Joux.

Neben dem Paddeln warteten bestimmt noch andere Herausforderungen auf Sie.

Ich war acht Monate unterwegs, von Februar bis September. Anfangs fuhr ich mit dem Auto an den Start, lud das SUP aus, fuhr per Auto ans Ziel und von dort mit dem Velo an den Start zurück. Das wurde einfacher, als mich Freunde oder die Familie begleiteten. Ohne meinen Vater, der mir bei 15 Seen assistierte, und das Verständnis meiner Frau zu Hause mit den Kindern hätte ich es wohl nicht geschafft. Zudem hatte ich dank Chris von Makai Boards, dem SUP-Hersteller aus Immensee, immer ein passendes Stand-up-Paddle.

Konnten Sie alle 50 Seen wie geplant durchqueren?

Ich habe 50 Schweizer Seen in Längsrichtung durchquert. Allerdings erhielt ich nicht für alle der 50 grössten Seen eine Paddelbewilligung. Gerade bei Stauseen in den Bergen war der administrative Aufwand hoch. Wenn ich den ursprünglich geplanten See nicht befahren durfte, suchte ich alternative Seen in ähnlicher Grösse. Alle gepaddelten Seen sind auf meiner Website www.sup-project50.com aufgelistet.

Auf Ihrer Website können Interessierte auch Tipps zu ihrer Route und den jeweiligen Konditionen pro See finden. Planen Sie bald weitere Projekte?

Ab 1. Oktober geht es für mich vom See in die Berge, ich werde eine neue Stelle im Bereich Tourismus antreten. Derzeit habe ich keine weiteren Projekte geplant. «50 Lakes of Switzerland» war für mich eine einmalige Auszeit, die mir viel gebracht hat.


Das Zentralschweizer Fernsehen Tele1 strahlt in der Sendung Unterwegs einen Bericht über Patrick Lussi aus. Sendezeit: Sonntag, 6. Oktober, 18.20 Uhr. Weitere Informationen zum Projekt: www.sup-project50.com