Zug
In Punkto Energie hat die Schweiz viel unausgeschöpftes Potenzial

Der Präsident der GLP Schweiz, Jürg Grossen, und Beat Weiss, CEO des Tech Clusters Zug, haben an einer Veranstaltung die klimaneutrale Energieversorgung beleuchtet.

Für die GLP Kanton Zug: Tabea Estermann
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Silvan Burkhalter, Leiter Bau und Entwicklung des Tech Clusters Zug, zeigt den Gästen den Multi Energy Hub.

Silvan Burkhalter, Leiter Bau und Entwicklung des Tech Clusters Zug, zeigt den Gästen den Multi Energy Hub.

Bild: PD

Wie versorgen wir die Schweiz in Zukunft erneuerbar, klimaneutral und möglichst eigenständig? Ein Dilemma, welches nach Lösungen verlangt und zur Diskussion auffordert.

Am vergangenen Samstag, 27. August, haben die Grünliberalen Kanton Zug und der Tech Cluster Zug die Zuger Bevölkerung eingeladen, dieser Frage nachzugehen. Die Parteipräsidentin Tabea Estermann begrüsste voller Vorfreude die knapp 80 Gäste im Auditorium des Zugoramas und stellte Jürg Grossen, Präsident der GLP Schweiz und Swissolar, vor. ­Dieser nahm in seinem Referat kein Blatt vor den Mund und benannte die Blockaden in der Politik. Der Staat verschlafe die Umstellung auf smarte und dezentrale Energieversorgung mit lokalen Zusammenschlüssen zum Energieverbrauch im Quartier oder lokalen Energiegemeinschaften. «Der Bundesrat ist überfordert und handelt unverantwortlich» in Bezug auf das Strom-/Energieabkommen mit der EU.

Praktisches Beispiel von Tech Cluster Zug

Grossen betonte das enorme, auch nicht ausgeschöpfte Potenzial von Fotovoltaik und die ­Notwendigkeit von Power-to-X-Prozessen für das Winterloch. Am Beispiel seines eigenen ­Firmengebäudes zeigte er eindrücklich auf, dass Wachstum, eine Senkung des Energiebedarfs und eine positive Energiebilanz zusammengehen. Dazu brauche es vor allem smarte Systeme, die die Effizienz steigern und den Verbrauch senken – und dies alles unmerklich für den Gebraucher und ohne Komforteinbussen. Mit intelligenten Technologien und dezentraler Energiegewinnung können wir unsere Energieversorgung nachhaltig sichern – auch im Winter.

Auf die Roadmap Grossen zur Dekarbonisierung folgte das praktische Umsetzungsbeispiel aus Zug. Beat Weiss, der CEO des Tech Clusters Zug, erläutert die Geschichte und die Visionen des Tech Clusters Zug zur Energieversorgung. So können in der Erstellung durch intelligentes Bauen des Areals Emissionen reduziert werden durch klimaneutrales Baumaterial wie Holz oder intelligente Bauverfahren. Aber auch im Betrieb werden die Anlagen der Industrie auf dem Areal im Vergleich zu Wohnraum sehr energieintensiv sein.

Mit dem Multi-Energy-Hub soll das gesamte Areal des Tech Clusters Zug sowie angren­zende Quartiere mit umweltfreundlicher Wärme und Kälte, mit erneuerbarem Strom und Telekommunikation versorgt werden.

Besichtigung des Multi-Energy-Hubs

Silvan Burkhalter, Leiter Bau und Entwicklung des Tech Clusters, präsentierte anschliessend, wie das konkret umgesetzt wird. In der offenen Frage-und-Antwort-Runde, moderiert durch Daniel Marti, Kantonsrat GLP Zug, und später im Apéro wurde angeregt weiterdiskutiert.

Während des Apéros konnten die interessierten Gäste den Multi-Energy-Hub besichtigen, wo Silvan Burkhalter bis lange nach dem offiziellen Eventende Rede und Antwort stand. So gingen schlussendlich alle Gäste vollgepackt mit visionären, aber auch kritischen Anregungen von diesem gelungenen Anlass nach Hause.

Die rege Zusammenarbeit zwischen Politik und Gewerbe stimmt optimistisch, denn gerade im Kanton Zug gibt es noch viel Aufholpotenzial in Bezug auf die Energiepolitik. Aktuell arbeitet Zug als einer der letzten Kantone noch immer die überfällige Energiestrategie aus. ­Diesen Samstag konnte das erste Fundament dazu gelegt werden, im politischen Dialog zwischen Wirtschaft und Politik.