Kommentar «Chefsache»
Langsamverkehr in der Stadt Zug: Durchatmen, noch mal überlegen

Wie sollen Velofahrende, Fussgängerinnen und Fussgänger sowie der motorisierte Verkehr in der Stadt Zug miteinander funktionieren? Nur gelb-gestrichelte Trennlinien auf Hauptstrassen genügen nicht.

Harry Ziegler
Harry Ziegler
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Velofahrende oder Fussgängerinnen und Fussgänger leben auch in der Stadt Zug gefährlich. Geht es nach dem Stadtrat, dürfte sich dies in absehbarer Zeit kaum ändern. In seiner Vernehmlassung zur kantonalen Velonetzplanung macht er klar: Velofahrer sollen zurück auf die Hauptstrassen – vom restlichen Verkehr nur geschützt durch eine gelbe, gestrichelte Linie. Mischverkehr nennt sich das.

Dieser ist als Verkehrsform gefährlich und überholt. Denn mittlerweile fahren wesentlich mehr Velos, Autos oder Lastwagen als beispielsweise in den 2010er-Jahren auf den Strassen. Und mit den E-Bikes sind neue, schnellere Varianten des alleine durch Muskelkraft angetriebenen Drahtesels hinzugekommen.

Der Präsident von Pro Velo Zug sagte diese Woche in unserer Zeitung, dass beim Mitwirkungsverfahren für die Ortsplanung der Stadt zwei Drittel der fast 2000 Teilnehmenden die fehlende Durchgängigkeit beim Velonetz bemängelt habe; der Stadtrat wiederum argumentiert, dass beim selben Verfahren die Vermischung von Fuss- und Veloverkehr auf Fusswegen negativ beurteilt wurde. Mögliche Lösung: Senken der Geschwindigkeitslimite auf 30 km/h? Das dürfte in der Stadt Zug (Beispiel Grabenstrasse) vielfach ein Fall für die Juristen werden.

Eine verfahrene Situation. Meine Grossmutter pflegte in solchen Fällen zum Durchatmen und nochmaligem Nachdenken zu raten. Das wäre vor dieser Ausgangslage in der Stadt wohl gar nicht so falsch.