Diskussion
Politikerinnen im Scheinwerfer der Demokratie

Am Internationalen Tag der Demokratie diskutierten Schweizer Politikerinnen – darunter die Zuger Nationalrätin Manuela Weichelt –unter anderem darüber, was sie motiviert.

Katarina Lancaster
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Seit 2007 wird der internationale Tag der Demokratie jährlich am 15. September begangen. Ursprünglich wurde er von der Generalversammlung der Vereinten Nationen ins Leben gerufen, um die Prinzipien der Demokratie zu fördern und aufrechtzuerhalten. Dieses Jahr steht der Tag der Demokratie unter dem Motto der Pressefreiheit, und deren Beitrag zum Frieden, der Demokratie und Erhaltung nachhaltiger Entwicklungsziele.

In der Bibliothek Zug diskutierten (von links): Claudia Bernet-Bättig (Gemeindepräsidentin Ufhusen, Die Mitte/Luzern), Gudrun Sachse (Moderation), Manuela Weichelt (Nationalrätin, Alternative – die Grünen/Zug), Petra Gössi (Nationalrätin, FDP/Schwyz) und Nathalie Christen (SRF-Bundeshauskorrespondentin und Co-Autorin von «Schweizer Politfrauen – 21 Porträts, die inspirieren»).

In der Bibliothek Zug diskutierten (von links): Claudia Bernet-Bättig (Gemeindepräsidentin Ufhusen, Die Mitte/Luzern), Gudrun Sachse (Moderation), Manuela Weichelt (Nationalrätin, Alternative – die Grünen/Zug), Petra Gössi (Nationalrätin, FDP/Schwyz) und Nathalie Christen (SRF-Bundeshauskorrespondentin und Co-Autorin von «Schweizer Politfrauen – 21 Porträts, die inspirieren»).

Bild: Bibliothek Zug/PD

Aus diesem Anlass veranstaltet die Bibliothek Zug bis November eine Anzahl von Vorträgen zu diesem Thema. Zum Auftakt der Veranstaltungen sprachen vergangenen Donnerstag drei Schweizer Politikerinnen über ihren Weg in die Politik und den Herausforderungen, die sie – trotz Demokratie – als Frauen noch täglich meistern müssen.

Die Gesprächsrunde mit Nationalrätinnen Manuela Weichelt (Alternative-die Grünen/Zug), Petra Gössi (FDP/Schwyz) und Gemeindepräsidentin Ufhusen, Claudia Bernet-Bättig (Die Mitte/Luzern) wurde passend zum Motto von der Journalistin Gudrun Sachse moderiert. Im Rahmen der Veranstaltung las SRF-Bundeshauskorrespondentin und Co-Autorin Nathalie Christen Abschnitte aus ihrem Buch «Schweizer Politfrauen – 21 Porträts, die inspirieren».

Politikerinnen sind keine Superfrauen

«Ich wünsche mir, dass sich mehr Frauen in die Politik trauen und sich dabei zugestehen, dass sie nicht perfekt sein müssen», sagt Nathalie Christen. Mit ihrem Buch will sie die Höhen und Tiefen des Alltags von facettenreichen Politikerinnen aufzeigen, und damit andere Frauen zu mehr Selbstvertrauen inspirieren.

Die Idee für das Buch hatte sie, als sie bei den letzten Parlamentswahlen feststellte, dass die Mehrheit der Frauen ihre Kandidatur zurückzog. Die Gründe dafür wären oft Familie, aber auch die Angst, im «Haifischbecken» der Politiker nicht mitschwimmen zu können.

Dem können sich Weichelt, Gössi und Bernet-Bättig, die ebenfalls in Christens Buch porträtiert sind, nur anschliessen. Während der Podiumsdiskussion sprachen sie offen darüber, Karriere, Studium und Familie miteinander zu verbinden, und der Kritik, die sie manchmal dafür ernten mussten.

«Gegner zu haben, ist ein gutes Zeichen dafür, dass Frau entscheiden kann», zitiert Christen eine ihrer Protagonistinnen, Corina Gredig (GLP). Die Politik sei eine Herausforderung, in die man hineinwächst, weil man überzeugt davon ist, mitmischen zu können, stimmte die Gesprächsrunde zu.

Trotz Demokratie noch in der Minderheit

Generell seien Schweizer Politikerinnen immer noch klar in der Minderheit. Es herrsche ein altes Klischee, dass Frauen zu perfektionistisch seien, oder die Hektik im Alltag nicht meistern können. Das sei auch im Journalismus so, bestätigte Christen.

Auch zu ihren teils unangenehmen Erfahrungen mit den Medien, und teils sexistischen Angriffen äusserten sich die Politikerinnen. «Als ich einmal einen Parteikollegen nach dem Inhalt eines Artikels über mich fragte, konnte er sich nicht mehr daran erinnern. Er sagte nur, mein Lippenstift hätte mir nicht gestanden», erinnert sich Manuela Weichelt.

«Man muss sich stets daran erinnern, dass es hier um die Sache geht, nicht um die Person», antwortet Bernet-Bättig auf die Frage, ob solche Erfahrungen sie verändert hätten. Die Politfrauen sehen jedoch eine grosse Chance in der jungen Generation von Frauen. Deshalb sei es so wichtig, unsere Demokratie entsprechend zu fördern, damit Vorurteile abgebaut und Spaltungen in unserer Gesellschaft vermieden werden können.