Kommentar «Chefsache»
Die Zeit ist knapp in Sachen Kiesabbau

Rahel Hug zum Bundesgerichtsurteil zum Kiesabbaugebiet Hatwil-Hubletzen in Cham

Rahel Hug
Rahel Hug
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Die Kiesreserven im Kanton Zug reichen gemäss Schätzungen der Baudirektion nur noch bis ins Jahr 2029 aus. Sieben Jahre sind eine kurze Zeit, wenn man bedenkt, wie lange politische Prozesse bisweilen dauern können. Und seit das höchste Schweizer Gericht dem Kiesabbau im Chamer Gebiet Hatwil-Hubletzen vorerst einen Riegel geschoben hat, steht fest: Das Problem akzentuiert sich zusätzlich.

In Cham besteht mit der Kiesgrube Äbnetwald bereits ein Abbaugebiet. Entsprechend ist es verständlich, dass sich der Gemeinderat – mit allen Chamer Kantonsrätinnen und -räten im Rücken – gegen den zusätzlichen Standort gewehrt hat. Nachvollziehbar sind aber auch die Bedenken Menzingens. Das Gebiet Betlehem Süd in Edlibach, wo bereits Kies abgebaut wird, könnte künftig noch stärker beansprucht werden. Denn der Standort schneidet gemäss Bundesgericht besser ab.

Vertiefte Abklärungen sind nötig, gleichzeitig ist die Zeit knapp. Eine schwierige Ausgangslage für den Kanton. An ihm liegt es jetzt, die bestehenden und allenfalls weitere Standorte zu prüfen. Die Richtplanung ist eine komplexe Sache, bei der auch die Bevölkerung mitreden will. Widerstand gegen weitere Abbaupläne ist derweil vorprogrammiert, denn die Eingriffe in die Natur und das Landschaftsbild sind nicht zu unterschätzen. Nichtstun ist aber keine Lösung, denn es droht die Abhängigkeit von Importen. Und wo gebaut wird, braucht es Kies und genügend Platz für den entsprechenden Aushub.