Leserbrief
Die Schweiz ist bereits eine Bananenrepublik

Zur Situation bezüglich Vorsorge in der zweiten Säule

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Parlamentarier, die mit den Pensionskassen verbandelt sind, das sind keine Volksvertreter, sondern Interessenvertreter. Sie sind eine Schande für das Parlament, die Pensionskassen, die Einzahler und die Schweiz. Seit Jahren wird uns weisgemacht, der Umwandlungssatz müsse immer weiter gesenkt werden, nur so könnten die Renten gesichert werden. Der einzige Grund dafür ist, dass diese Abzocker sich noch mehr bereichern können. Dabei werden die Versicherten seit Jahren richtig gehend abgezockt. Milliarden um Milliarden werden den Versicherten entzogen. Verschiedene Institute wie Versicherungen und Banken gründen eigene Pensionskassen, der einzige Grund dafür ist, die Verwaltungskosten – Aufwand in die Höhe zu schrauben. Machen wir ein Beispiel: Eine Pensionskasse kassiert gemäss Geschäftsbericht für das Jahr 2020 für Verwaltung, Geschäftsführung, Marketing und Hausmanagement Honorare in der Höhe von 33 Millionen Franken, für die Vermögensverwaltung und Depotstelle 38 Millionen Franken. Und im Verwaltungsrat sitzt noch eine Person, die offenbar ein Berufsverbot in Sachen Finanzen hat, aber das BSV (Bundesamt für Sozialversicherungen) weiss es nicht mehr, obwohl das Berufsverbot von dieser Stelle gekommen sei.

Die Schweiz muss keine Bananenrepublik werden, wir sind es schon längst. Mehrere Parlamentarier sind mit den Pensionskassen verbandelt. Was haben alle diese jeweils vor den Wahlen versprochen? Dem Volk zu dienen und nicht in eigene Pfründe zu arbeiten. Was diese aber machen, hilft den Versicherten sicher nicht und beschmutzt unsere Demokratie. Sauber wäre es, alle Mandate abzulegen, bei Abstimmungen (sachbestimmt) im Parlament in den Ausstand treten und das Volk richtig vertreten. Wir brauchen keine Pseudovertretung in Bern, die nur die Lasur der Bänke abnutzt. Ich erwarte, dass sich in Bern etwas in der Angelegenheit «Pensionskassen» tut, aber dies ist ja vermutlich ein Wunschdenken an unser Parlament.

Hans-Rudolf Iten-Hartmann, Unterägeri