Cybersecurity
Nationales Testinstitut für Cybersicherheit kann in Zug die Arbeit aufnehmen

In Zug wird das Nationale Testinstitut für Cybersicherheit NTC entstehen. Der Kanton Zug sichert die Anschubfinanzierung des Instituts.

Harry Ziegler
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Am 7. Juni ist die Referendumsfrist gegen den Entscheid des Zuger Kantonsrats abgelaufen, wonach sich der Kanton Zug an den Aufbaukosten des NTC mit 7,55 Millionen Franken und von ITSec4KMU –einer zentralen Informations- und Anlaufstelle für kleine und mittlere Unternehmen im Kontext der Cybersicherheit – mit rund 1,4 Millionen Franken beteiligt. Dies im Rahmen des Programms Zug+, wie die Finanzdirektion meldet.

Mit dem Aufbau des NTC werde eine Lücke geschlossen, fehlte doch bis anhin in der Schweiz eine unabhängige Institution, welche die Sicherheit digitaler Produkte prüfen kann.

Finanzielle Unterstützung erhält auch der Aufbau von ITSec4KMU. Mit dieser Anlaufstelle soll die Widerstandsfähigkeit der KMU gegenüber Angriffen aus dem Cyberspace gefördert» werden, wie es weiter heisst. «Die beiden Projekte erlauben es dem Kanton Zug, in der Schweiz (auch mit internationaler Ausstrahlung) eine Vorreiterrolle im Cybersecurity-Bereich wahrzunehmen.»

Spezialisten für Cybersicherheit werden eingestellt

Laut Mitteilung des NTC werden bis ins Jahr 2025 rund 30 Spezialisten für Cybersicherheit angestellt. Diese werden zusammen mit Experten aus dem In- und Ausland IT-Produkte auf Schwachstellen überprüfen. Mit dem NTC entsteht ein objektives und neutrales Institut, das vernetzte Produkte und digitale Anwendungen auf Vertrauenswürdigkeit und Sicherheit überprüft.

Die Prüfungen geschehen in Kooperation mit der Wirtschaft, IT-Sicherheitsunternehmen sowie Hochschulen und werden bei Bedarf auf Eigeninitiative angestossen. «Das NTC arbeitet dabei nicht gewinnorientiert. Es agiert vollständig unabhängig; finanzielle Beteiligungen durch Produktherstellende und Dienstanbietende sind», nach eigenen Angaben des NTC, «satzungsgemäss ausgeschlossen.»

KMU für Cybersicherheit sensibilisieren

«ITSec4KMU fördert die Widerstandsfähigkeit von Schweizer KMU gegenüber Angriffen aus dem Cyberspace landesweit und stärkt somit das Rückgrat der Schweizer Wirtschaft», heisst es in der Mitteilung der Finanzdirektion. KMU würden motiviert, sich mit dem Thema Cybersicherheit auseinander zu setzen, minimale Grundschutzmassnahmen umzusetzen oder diese Dienstleistungen von Drittanbietenden in Anspruch zu nehmen.

«Nachdem in der ersten Phase die Plattform und das Netzwerk in der Deutschschweiz aufgebaut werden, folgen in der zweiten Teilphase das Roll-out in der französischsprechenden Schweiz und in der letzten Phase die Ausweitung auf die italienische Schweiz», wird der Zuger Finanzdirektor Heinz Tännler in der Mitteilung zitiert.

Tännler ist überzeugt, mit der Unterstützung der beiden Cybersecurity-Projekte den richtigen Weg einzuschlagen: «Wir möchten in diesem Bereich einen wertvollen Input leisten und mit der hiesigen Ansiedlung dieser Institute den Denk- und Werkplatz Zug noch attraktiver machen.»