Coronapandemie
Eintrag auf animap.ch: Ein Statement gegen die Zertifikatspflicht

Auf der Website ist zu lesen: «Mit der Einführung des Covid-Zertifikats droht eine Zweiklassengesellschaft zwischen geimpften und ungeimpften Menschen.» Die Website will gleichgesinnten Unternehmen eine Plattform bieten, um dieser Gefahr entgegenzuwirken.

Oliver Julier
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Geht einigen gegen den Strich: das Vorweisen des Covid-Zertifikats.

Geht einigen gegen den Strich: das Vorweisen des Covid-Zertifikats.

Gian Ehrenzeller/ Keystone

Mit einem Eintrag auf animap.ch sprechen sich Schweizer Unternehmen öffentlich gegen die vom Bundesrat verhängte, erweiterte Zertifikatspflicht aus. Firmen, die sich auf dem Portal listen lassen, «verzichten ausdrücklich darauf, Kundinnen und Kunden auf ihren Gesundheitszustand anzusprechen und/oder den Vorweis von Gesundheitsdokumenten zu verlangen», heisst es auf der Website.

177 Einträge aus dem Kanton Zug

Auf der Plattform sind mittlerweile rund 4800 Einträge aus der ganzen Schweiz zu finden. Viele dieser Firmen nutzen die Website, um ein Statement abzugeben: Die meisten sind von der Zertifikatspflicht nämlich nicht direkt betroffen. Neben dieser Liste und einer mit Geo-Pins versehenen Karte, auf der die eingetragenen Firmen zu sehen sind, verfügt animap.ch auch über ein Jobportal, auf welchem sich gleichgesinnte Arbeitgeber und -nehmer finden können.

Auch Zuger Unternehmen sind auf dem Portal vertreten: Auf der Karte sind 177 Einträge auffindbar. Viele sind im Bereich (Alternativ-)Medizin angesiedelt, doch auch aus dem Sport-, Handwerk- und Gastronomiebereich sind Einträge zu finden. So beispielsweise das Café Brändle aus Unterägeri (siehe folgenden Artikel) oder ein Goldschmied aus der Stadt Zug.

Ein Zeichen setzen

André Schweiger nutzt seinen Eintrag als Statement gegen die Zertifikatspflicht. Er betreibt in Zug eine Goldschmiedewerkstatt, seine Kundinnen und Kunden müssten bei einem Besuch also so oder so kein Zertifikat vorweisen. Kontrollieren würde es Schweiger trotzdem nicht, auch wenn das Atelier von der Zertifikatspflicht betroffen wäre. Für ihn ist dies «eine Form der Diskriminierung». Schweiger begründet:

«Ich will nicht über andere urteilen und als Kontrolleur agieren. Das ist nicht meine Aufgabe.»

Darko Schleiss, Geschäftsleiter der Drogerie im Dorfgässli in Hünenberg, sieht die Sache ähnlich. Gemäss Schleiss will die Drogerie «ein Zeichen gegen Diskriminierung und Spaltung der Gesellschaft setzen». Die Umsetzung dieses Vorhabens – im Gegensatz zu anderen Betrieben – sei für sie «relativ einfach»: Auch sie unterstehen den neuen Schutzmassnahmen mit dem Zertifikat nicht. Reaktionen auf diesen Eintrag – wie bei der Goldschmiedewerkstatt auch – habe die Drogerie bis anhin noch keine bekommen.