Regionalfussball
Cham II ist sehr gut soweit, der FC Aegeri könnte besser werden

Die Trainer Pascal Nussbaumer und Dragoljub Salatic der beiden Zweitligisten ziehen Vorrundenbilanz.

Micheal Wyss
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Aegeris Adrian Becirbasic (im Bild) und das ganze Team des FC Aegeri wird die Vorrunde in der Winterpause genauer analysieren, um auf Kurs zu bleiben.

Aegeris Adrian Becirbasic (im Bild) und das ganze Team des FC Aegeri wird die Vorrunde in der Winterpause genauer analysieren, um auf Kurs zu bleiben.

Bild: Maria Schmid (Unteraegeri, 10. September 2021)

«Wir wollen an der Tabellenspitze mitmischen. Diesen Ehrgeiz erwarte ich auch von jedem einzelnen Spieler», forderte der Cheftrainer Pascal Nussbaumer der Chamer-Reserven vor dem Saisonstart. Und enttäuscht wurde der 36-jährige Familienvater und langjährige Fanionspieler des SC Cham nicht. Sein Team steht bei Halbzeit der Qualifikationsphase auf dem ersten Tabellenplatz. In 13 Partien resultierten 31 Punkte für die Ennetseer. Die Bilanz mit zehn Siegen, einem Unentschieden und zwei Niederlagen ist beeindruckend. Auch das Torverhältnis von 37:15 zeigt die Stärken deutlich auf. Offensiver wie auch defensiver Hinsicht gibt es nichts zu bemängeln.

Und wie sieht das Nussbaumer? «Ich kann schlecht sagen, dass ich nicht zufrieden bin. Wir sind Leader, haben die Erwartungen erfüllt. Die Tabelle lügt bekanntlich nie und wir stehen verdientermassen auf dem ersten Rang.» Dabei starteten die Chamer-Reserven mit einer 2:5-Klatsche bei Sempach in die neue Meisterschaft. «Wichtig war die Reaktion. Wir gewannen in der Folge acht Spiele.» Die zweite Niederlage kassierte die Nussbaumer-Equipe in Hochdorf (0:1) und zum Abschluss der Vorrunde gab es ein 1:1-Remis gegen Rothenburg.

«Eine Winnermentalität entwickelt»

Ganz erfreulich ist die Entwicklung der Mannschaft. «Die Gier, jedes Wochenende als Sieger vom Platz zu gehen, ist gross. Wir konnten eine Winnermentalität entwickeln und konstant gute Leistungen abrufen. Es ist eine Dynamik entstanden, sei es in den Trainingseinheiten oder in den Partien. Ich bin sehr stolz auf diese Equipe, die viel Qualität hat.» Ob er überrascht sei, dass sein Team oben mitmischt? «Nein. Ich wusste, dass dieses Team viel Klasse hat und Talent mitbringt. Die jüngste Vergangenheit hat bereits gezeigt, zu was wir fähig sind. Man muss es dann aber auch in die Tat umsetzen, was uns bestens gelungen ist.»

Ein Manko hat Nussbaumer in den letzten Partien dennoch festgestellt: «Unsere Effizienz könnte noch besser sein. Wir machen es immer spannend, könnten die Partien aber früher entscheiden. Da müssen wir uns steigern.» Die grosse Challenge im Frühjahr mit dem Beginn der Rückrunde wird sein, die Tabellenposition zu verteidigen. «Wenn du Erster bist, willst du das auch bleiben. Von der Tabellenlage werden wir uns nicht blenden lassen. Die Lage werden wir richtig einschätzen und auf dem Boden der Realität bleiben.» Zum Auftakt der Rückrunde am 20. März 2022 trifft Cham im heimischen Eizmoos auf Sempach. Im ersten Spiel ist gleich Revanche angesagt für die schmerzliche 2:5-Klatsche am Sempachersee.

«Wir Schlagen uns bisher gut durch die Saison»

Aegeris Trainer Dagoljub Salatic (39) plagen gemischte Gefühle, wenn er Bilanz zur ersten Meisterschaftshälfte ziehen muss: «Wir schlagen uns bisher gut durch die Saison, wenn ich die Umstände mit verletzten und abwesenden Spieler betrachte, oder dass wir ein sehr junges Team stellen und Spieler aus dem eigenen Nachwuchs formen und integrieren. Da stimmt die Entwicklung, wir machen unseren Weg.» Nicht zufrieden ist der Familienvater mit den Neuzuzügen: «Die Verstärkungen haben nicht das gebracht, was ich mir erhofft habe. Klar ist, dass ich in Zukunft noch vermehrt auf den eigenen Nachwuchs setzen werde. Wir müssen diese Vorrunde in der Winterpause nun analysieren.»

Mit der Bilanz von fünf Siegen, vier Unentschieden und vier Niederlagen steht Aegeri aktuell auf dem siebten Rang mit 19 Punkten. «Es fehlt der eine oder andere Zähler in der Zwischenbilanz. Die vier Unentschieden bringen uns nicht weiter. Wir haben beim LSC eine 2:5-Klatsche kassiert. Wir können gut und gerne acht Punkte mehr haben», so Salatic. Besser werden muss die Chancenauswertung in der Rückrunde. Mit 21 Toren (1,6 erzielte Treffer pro Partie) ist die Ausbeute sicher verbesserungsfähig.

«Wir wollen uns im Frühling so schnell wie möglich von der Abstiegszone befreien. Es wird eine Herausforderung, dass es vermutlich nicht bei zwei Absteigern bleiben wird.»

Stimmt, möglich wären drei Absteiger. In der 2. Liga Inter sind nämlich gleich drei Zentralschweizer im Abstiegskampf (Schattdorf; Goldau und Hergiswil) involviert. Was ist rangmässig für die Salatic-Equipe möglich? «Ich sehe uns im gesicherten Mittelfeld. Das ist realisierbar», ist Salatic überzeugt. Am 20. März startet Aegeri mit einem Heimspiel gegen Littau in die Rückrunde.