CHAM: An der Lorze entsteht ein Ärztehaus

Dass es im wachsenden Kanton Zug nicht immer einfach ist, einen Arzt zu finden, ist kein Geheimnis. Nun soll ein Projekt der privaten Hirslanden-Gruppe im Ennetsee für ein weiteres medizinisches Angebot sorgen.

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In dem Gebäude, in dem jetzt noch das Hotel in Cham residiert, sollen Ärzte einziehen. (Bild: Maria Schmid (6. Dezember 2016))

In dem Gebäude, in dem jetzt noch das Hotel in Cham residiert, sollen Ärzte einziehen. (Bild: Maria Schmid (6. Dezember 2016))

Seit 2001 gibt es die Andreas-Klinik in Cham. Diese ist eines der Spitäler, die zur Privatklinikgruppe Hirslanden zählt. Neben dem Kantonsspital in Baar stellt die Andreas-Klinik damit einen der Grundpfeiler der medizinischen Versorgung im Kanton Zug dar.

Nun plant die Hirslanden-Gruppe ein weiteres Gesundheitsprojekt in der Ennetseegemeinde – und zwar ein Ärztehaus. Dieses soll am Dorfplatz 1 eingerichtet werden, dort, wo jetzt noch das Hotel Lorze seinen Sitz hat. Claude Kaufmann, Projektleiter der Unternehmenskommunikation der Hirslanden AG in Zürich, bestätigt das Vorhaben.

Ab Oktober 2017 soll der Betrieb starten

«Ja, wir können diese Pläne bestätigen», sagt Kaufmann. Das Ärztehaus soll schätzungsweise ab Oktober 2017 seinen Betrieb aufnehmen. «Zurzeit finden Gespräche mit interessierten Ärzten statt.» Insgesamt stehen sechs Stockwerke mit Tageslicht zur Verfügung, welche sich für Arztpraxen eignen. Die Grundidee sei, so der Firmensprecher, dass die Ärzte gewisse Infrastrukturen gemeinsam nutzten wie zum Beispiel Labors, Röntgen oder Empfang. «Dadurch lassen sich Einsparungen erzielen. Die Patienten profitieren insofern, als notwendige Abklärungen in einem Haus durchgeführt werden können.»

Der Clou des neuen Ärztehauses ist dabei die Tatsache, dass die örtliche Nähe zur An­dreas-Klinik eine Kooperation zwischen den Medizinern im neuen Ärztehaus und dem Chamer Spital ermöglicht. Die Andreas-Klinik Cham Zug ist laut Kaufmann ein Grundversorgerspital mit den Schwerpunkten Notfallmedizin, innere Medizin, Chirurgie, Traumatologie, Geburtshilfe und Gynäkologie, Wirbelsäulen- und orthopädische Chirurgie sowie Urologie. «Das Ärztehaus ist für Spezialisten, Konsiliarärzte und Zuweiser im Beleg- beziehungsweise Partnerarztsystem gedacht, welche die Schwerpunkte der Andreas-Klinik in Cham und in Zug unterstützen und ergänzen», erklärt der Hirslanden-Sprecher. Die Ärzte würden selbstständig mit der Sicherheit eines Spitals in nächster Nähe arbeiten.

Die Privatklinikgruppe Hirslanden umfasst 16 Kliniken in elf Kantonen, viele davon mit einem ambulanten Chirurgiezentrum und einer Notfallstation. Der Name Hirslanden geht auf die gleichnamige, 1932 eröffnete Klinik in Zürich zurück. Hirslanden betreibt zudem vier ambulante Praxiszentren, 14 Radiologie- und vier Radiotherapieinstitute. Die Gruppe zählt gut 2030 Belegärzte und angestellte Ärzte sowie 8750 Mitarbeitende. Per Stichtag 31. März 2016 wurden über 98609 Patienten an 469167 Pflegetagen stationär behandelt. Der Patientenmix setzt sich aus 43,5 Prozent grundversicherten Patienten, 31,9 Prozent halbprivat und 24,6 Prozent privat Versicherten zusammen.

Hotel Lorze hört auf: Arbeitsplätze gehen nicht verloren

Doch wie kommt es, dass das Ärztehaus am Dorfplatz 1 einzieht, wo seit 1992 das Hotel Lorze residiert? «Der Eigentümer des Hauses plant langfristig und will mit dieser Umnutzung des Gebäudes sicherstellen, dass sich die Zukunft der Immobilie sorgenfrei gestaltet», teilt Alberto Casco, Chamer Architekt und beauftragt mit dem Umbau des Gebäudes, mit. Da der Bedarf an weiteren Ärzten im Ennetsee gegeben sei, stufe man die Nutzung der Immobilie als Ärztehaus auf 1800 Quadratmetern auf sechs Stockwerken als viel versprechend ein. Die Alternative sei gewesen, das Hotel zu verkaufen.

Doch nun soll das Haus umgenutzt werden. Bis es so weit ist, müsse diese zonenkonforme Umgestaltung noch genehmigt werden. Ein entsprechendes Vorprojekt sei von der Gemeinde positiv beschieden worden, sagt Alberto Casco. Das Baugesuch liegt noch nicht auf. «Das Hotel Lorze ist sehr gut gelaufen», attestiert er. Es würden durch die Umnutzung keine Arbeitsplätze verloren gehen. «Denn im Ärztehaus ist neben dem Empfang auch eine öffentliche Cafeteria vorgesehen.»

Wolfgang Holz