Zuger Kantonsrat
Ombudsstelle: Die Beschwerdefälle nahmen zu

Bei der Ombudsstelle gingen 2020 175 neue Fälle ein. Eine steigende Anzahl der Eingänge betraf kantonsinterne Differenzen.

Marco Morosoli
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Die kantonale Ombudsstelle gleiste der Kanton Zug im Nachgang des Zuger Attentats im September 2001 auf. Sie sollte unter anderem bei Problemen der Bürger mit stattlichen Stellen eine Brückenfunktion ausüben. Diese Funktion übt sie auch heute noch aus. Wie bei der Behandlung des Jahresberichts der Ombudsstelle 2020 gestern Donnerstagmorgen zu erfahren war, stieg der Anteil von Differenzen innerhalb der kantonalen Verwaltung. Dieses Segment machte 2020 rund einen Viertel der Kontaktnahmen aus.

Die Gründe für diese Entwicklung seien mannigfaltig, sagte die Zuger Ombudsfrau Bernadette Zürcher. Eine Vermutung nur, so Zürcher, sei der Umstand, dass auch bei der kantonalen Verwaltung viele zu Hause gearbeitet hätten. Da sei die Hemmschwelle für einen Telefonanruf tiefer als im Büro. Die Ombudsfrau erwähnte in ihrem Votum aber auch eine Entwicklung, die sie mit Sorge erfülle. Diese sei die im Zuge der Digitalisierung zunehmende Verschriftlichung. Bernadette Zürcher macht sich deshalb stark für eine «klare und verständliche Kommunikation».

Für Kantonsrätin Petra Muheim Quick (FDP/Cham) leistet die Ombudsstelle übe r alles gesehen einen «Beitrag für den Rechtsfrieden». Benny Elsener (Mitte/Zug) sagte: «Die Ombudsstelle erledigt motiviert ihre nicht einfache Arbeit.» Die Fallzahlen der Ombudsstelle erreichen eine Höhe, die eine Reaktion erfordert. Im Bericht der erweiterten Justizprüfungskommission erwähnt deren Präsident Thomas Werner (SVP/Unterägeri) eine Vakanz von 0,35 Stellenprozenten. Die Ombudsfrau wolle deshalb ihr Pensum temporär von 80 auf 90 Stellenprozenten erhöhen. Das sei effizienter, als eine neue Kraft beizuziehen. Der guten Ordnung halber erwähnte der Präsident der Staatswirtschaftskommission Andreas Hausheer (Mitte/Steinhausen), dass dieses Antragsrecht der Ombudsstelle gar nicht zustehe.