Beachvolleyball
Ab Samstag gilt es ernst für Nina Betschart und Tanja Hüberli

Die Schweizerinnen bestreiten in Tokio ihre erste Partie an ihren ersten Olympischen Spiele.

Franz Feldmann und Raphael Biermayr
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Nina Betschart (rechts) und Tanja Hüberli wollen hoch hinaus.

Nina Betschart (rechts) und Tanja Hüberli wollen hoch hinaus.

Bild: Laurent Gillieron/Keystone (Tokio, 21. Juli 2021)

Jetzt gilt es ernst. Nina Betschart und Tanja Hüberli bestreiten am Samstag in Tokio ihre erste Olympiapartie. Um 8 Uhr Schweizer Zeit treffen sie auf das deutsche Duo Ludwig/Kozuch. Das für Montag geplante zweite Vorrundenspiel gegen Hermannova/Slukova wird Forfait gewertet: Die Tschechinnen sind wegen einer Coronavirus-Infektion nicht startberechtigt. Damit stehen Betschart/Hüberli bereits als Achtelfinalteilnehmerinnen fest. Das letzte Vorrundenmatch steht am frühen Mittwochmorgen gegen ein japanisches Duo an.

Die Vorbereitung haben die Steinhauserin Betschart (25) und die Schwyzerin Hüberli (28) mit der gesamten Schweizer Beachvolleyballdelegation in Griechenland bestritten. Unsere Zeitung erreicht sie dort in einem lauschigen Café, auch ihr Trainer Christoph Dieckmann ist Teil der Runde. Die Stimmung ist entspannt. Während des Interviews wird viel gelacht, ein Cappuccino geschlürft. Keine Spur von Anspannung vor den Olympischen Spielen. Als Weltnummer fünf hat sich das Schweizer Duo klar diskussionslos dafür qualifiziert. In der Vorbereitung galt es, die letzten Details anzuschauen. Viele Annahmen, Pässe und Services standen auf dem Programm, Routineaktionen. Trainer Dieckmann:

«Es macht keinen Sinn, jetzt noch Grundlegendes zu verändern.»

Im Gegensatz zu seinen Schützlingen nimmt er bereits zum fünften Mal an Olympischen Spielen teil. Sowohl für Hüberli als auch für Betschart ist es der erste Auftritt am grössten Sportanlass überhaupt. «Es wird bestimmt speziell sein», sagen sie in Griechenland unisono. «Klar werde ich wohl beim Einlaufen nervös sein», so Tanja Hüberli. Schliesslich hätten sie nun fünf Jahre lang auf dieses Ziel hin trainiert. Nina Betschart erklärt: «Wir sind auch da sehr gut vorbereitet. Ich hoffe einfach, dass wir das alles geniessen und mit einer gewissen Lockerheit an die Sache herangehen können.»

Auf längere Dauer kommen die beiden besser in Fahrt

Rückblickend auf die bisherige Saison ist Tanja Hüberli sehr zufrieden. «25. und 17. Plätze hatten wir nie, das ist schon einmal super.» Klar wäre vielleicht noch mehr drin gelegen. Zwei Finalteilnahmen (Düsseldorf und Sotschi) stärken das Selbstbewusstsein der Schweizerinnen. In Cancún und Ostrava schaute zudem fünfte Plätze heraus. Nina Betschart sagt:

«Wir sind sicher weiter als Anfang Saison, ich bin zuversichtlich.»

Dass sie mit der Weltelite mehr als nur mithalten können, haben sie in den vorangegangenen Wochen in Kloten und in Gstaad bewiesen. Welche Schlüsse ziehen die beiden aus ihren Erfahrungen? «Wir wissen, dass wir eher Langsamstarter sind, brauchen ein paar Spiele, um den Rhythmus zu finden.» Darauf wurde in den Turnieren in Doha und in Cancún das Augenmerk gelegt. «Da sind wir sicher besser geworden.» Auch das Spiel ist variabler als früher. Die beiden wollen auf ihre Stärken, die sie sich in den letzten Jahren angeeignet haben, vertrauen. «Wir wären für eine Olympia-Medaille bereit», sagt Hüberli verschmitzt.

«Wir sind vorbereitet, in den Krieg zu ziehen und alles in die Waagschale zu werfen.»

Die beiden sind frühzeitig in Tokio angereist, nicht erst auf den letzten Drücker. «Es ist ein langes Turnier, da ist es ideal, wenn wir gut akklimatisiert sind», so Hüberli. Am Samstag steht also der erste Einsatz der beiden an Olympischen Spielen an, so etwas hätte sie vor ein paar Jahren nicht erwartet. Ein paar Brocken Japanisch hat Hüberli gelernt, Sushi essen sowohl sie wie auch Nina Betschart «mega gern, aber nicht gerade jeden Tag». Sollte das Turnier länger gehen, haben die beiden bestimmt die Gelegenheit, sich lokal kulinarisch verwöhnen zu lassen.