Oberägeri
Schäden am Verputz, Moos und Mauerrisse: Die Fassade der Pfarrkirche wird saniert

Die Kirche St. Peter und Paul bekommt ein neues, zeitgemässes Kleid. Die Arbeiten kosten rund 1,9 Millionen Franken und sollen bis zum Spätherbst abgeschlossen sein.

Carmen Rogenmoser
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Der Gerüstbau rings um die Pfarrkirche St. Peter und Paul nimmt viel Zeit in Anspruch.

Der Gerüstbau rings um die Pfarrkirche St. Peter und Paul nimmt viel Zeit in Anspruch.

Bild: Maria Schmid (Oberägeri, 21. März 2022)

In Oberägeri, da steht die Kirche noch im Dorf – und zwar mittendrin. Das grosse Gotteshaus liegt direkt an der stark frequentierten Kreuzung Alosenstrasse–Hauptstrasse. Dieser Standort tut dem Gebäude aber nicht unbedingt gut. Die Verschmutzung durch Verkehr und Salz, aber auch der Frost haben der Fassade zugesetzt. Sie zeigt an vielen Stellen Verputzschäden und Abplatzungen. Teilweise gibt es auch Feuchtigkeitsschäden.

Dem wird nun Einhalt geboten. Seit einigen Tagen wird rund um die Kirche St. Peter und Paul ein Gerüst aufgebaut. «Das dauert rund einen Monat», erklärt Kirchenratspräsident Gustav Iten. Er wird bei der Besichtigung von Architekt Thiemo Hächler begleitet. Hächler fügt an:

«Weil sich das Gebäude gegen oben verjüngt, ist der Gerüstbau nicht ganz einfach und wird einige Zeit in Anspruch nehmen.»

Diese Arbeit sei nicht zu unterschätzen, zumal das Gerüst neben Sicherheit auch Widerstand gegen Wind und Wetter bieten müsse.

Nicht eingerüstet wird der Kirchturm. Dieser wurde 2005 umfassend saniert. «Auch die Kirchenuhr wurde damals überarbeitet», so Thiemo Hächler. Für die geplante Sanierung der Gebäudehülle steht einiges an. Bereits sind die Sandsteinblöcke im Sockelbereich entfernt. Diese werden von Moos und der starken Verschmutzung befreit und müssen zum Teil ersetzt werden. Das Gleiche gilt für weitere Sandsteinelemente an Säulen und Fenstergewänden.

Der Verkehr ist nicht schuld

In der Fassade sind stellenweise starke Mauerrisse sichtbar. Mehrtägige Erschütterungsmessungen hätten gezeigt, dass diese nicht auf den Verkehr zurückzuführen sind, sondern wohl von Bauarbeiten in der Umgebung der Kirche stammen, so die Fachmänner. Die Risse werden saniert und die gesamte Kirche neu verputzt. «Der Aufbau wird vom Grundputz bis zum Schlussanstrich in Absprache mit dem Amt für Denkmalpflege und Archäologie in alter Bauweise verbaut», erklärt der Kirchenratspräsident. Dafür arbeiten Gustav Iten und Thiemo Hächler eng mit Oliver Tschirky vom kantonalen Amt für Archäologie und Denkmalpflege zusammen.

Auch die Zierfenster und die Schutzverglasungen werden gereinigt.

Auch die Zierfenster und die Schutzverglasungen werden gereinigt.

Bild: Maria Schmid (Oberägeri, 21. März 2022)

Dies auch, was die kunstvollen Kirchenfenster angeht. Die Beratung habe gezeigt, dass die äusseren Schutzverglasungen so trüb geworden sind, dass eine Reinigung nicht mehr ausreiche, so Hächler. Sie müssen ersetzt werden. Die inneren Kunstverglasungen hingegen sind in gutem Zustand und werden wo nötig repariert. Bei den Zierfenstern ohne Schutzverglasung wird eine solche nun eingebaut.

Zudem wird die Gelegenheit des Gerüsts genutzt, die Dachkonstruktion und die Spenglerarbeiten zu überprüfen und bei Bedarf zu unterhalten. Auch die Blitzschutzanlage wird entsprechend den aktuellen Vorgaben der kantonalen Gebäudeversicherung ausgebaut.

Die älteste erhaltene Steinskulptur des Kantons

Das Lamm-Gottes-Relief der Oberägerer Pfarrkirche.

Das Lamm-Gottes-Relief der Oberägerer Pfarrkirche.

Bild: PD

Die Kirche St. Peter und Paul wurde von 1905 bis 1908 gebaut. Der Kirchturm stammt aus früherer Zeit und wurde beim Bau der neuen Kirche in seiner bisherigen Form belassen. Doch bereits viel früher, schon vor dem Jahr 1000, stand am selben Ort ein Gotteshaus. Das romanische Lamm-Gottes-Relief – beim Eintritt durch das Hauptportal auf der linken Seite in der Turmwand sichtbar – ist rund 800 Jahre alt und damit die älteste erhaltene Steinskulptur im Kanton Zug. 1977 wurde die Kirche letztmals gründlich renoviert.

1,9 Millionen Franken sind für das Sanierungsprojekt eingerechnet. Dem Kredit hat die Kirchgemeindeversammlung im Herbst 2021 zugestimmt. Da es sich um ein denkmalgeschütztes Gebäude handelt, subventionieren der Kanton und die Gemeinde die Arbeiten ebenfalls. «Möglichst vor dem ersten Schnee» soll die Sanierung der Fassade abgeschlossen sein, sagt Architekt Hächler.

Nachfolgend wird die Einwohnergemeinde Oberägeri die Neugestaltung des Friedhofs auch um die Kirche weiterführen. Das Friedhofareal mit der Kirche im Zentrum soll sich etwas offener und parkähnlicher entwickeln – inklusive eines hindernisfreien Pflastersteinbelags.