Ausflug
Von der Braugerste zum Bier – diese Wanderung zeigt den Weg auf

Die erste Bierwanderung von Menzingen nach Baar hat für Begeisterung gesorgt.

Martin Mühlebach
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Soline Tai (links) und Svitlana Misa sind begeisterte Teilnehmerinnen.

Soline Tai (links) und Svitlana Misa sind begeisterte Teilnehmerinnen.

Bild: Stefan Kaiser (Menzingen, 23. Juli 2021)

Rund 50 Personen fanden sich kürzlich bei der Bushaltestelle Institut/Bernardaplatz in Menzingen ein. Sie begaben sich auf eine 2:20 Stunden dauernde Wanderung nach Unterägeri, um dann im Bus zur Brauerei Baar zu gelangen. Jene organisierte den Anlass in Zusammenarbeit mit dem Verein Zuger Wanderwege sowie der IG Bio Zug.

Sinn und Zweck dieser erstmals durchgeführten Bierwanderung – sie soll nun alljährlich stattfinden – war zu erfahren, welche Schritte es von der Braugerste zum Bier braucht. Marcel Hähni, Wanderleiter der Zuger Wanderwege, sorgte mit Sprüchen, wie: «Unter Wanderern sagt man einander Du, wer damit nicht einverstanden ist, darf mir Sie sagen», für eine gute Stimmung, die den ganzen Nachmittag anhielt. Bei einem ersten Zwischenhalt versorgte Christoph Lienert, der stellvertretende Direktor des Schweizerischen Brauereiverbandes, die Teilnehmer mit interessanten Ausführungen rund ums Bier.

Natürlich gibt es auch Bier zu probieren.

Natürlich gibt es auch Bier zu probieren.

Bild: Stefan Kaiser (Menzingen, 23. Juli 2021)

Aus der Region für die Region

Auf dem anschliessend steilen Anstieg von Menzingen (805 Meter über Meer) auf den Landwirtschaftsbetrieb Neuhof (980 Meter über Meer) floss der Schweiss in Strömen. Zur Belohnung für die in Kauf genommenen Strapazen durften die Teilnehmer auf dem Hof feine Bretzel und Brötchen und das «Anstoss-Bier» der Brauerei Baar geniessen. Nach ausführlichen und wissenswerten Daten über die Geschichte der Gerste zeigte der Neuhof-Bauer Thomas Pfister auf:

«Auf meinem Betrieb werden zirka vier Tonnen Dinkel und etwa drei Tonnen Braugerste angebaut, die in der Brauerei Baar für deren unterschiedliche Biere verarbeitet werden. Das Motto ‹Von der Region für die Region› wird somit vorzüglich umgesetzt.»

So steil sich der Aufstieg von Menzingen zum Neuhof präsentierte, so steil präsentierte sich auch der Abstieg auf dem Panoramaweg nach Unterägeri. Dass der doch schon in die Jahre gekommene Reporter unserer Zeitung als erster an der Bushaltestelle in Unterägeri eintraf, sorgte für Verblüffung. Er gestand, dass er sich die letzten zwei Kilometer von einem Bauarbeiter habe chauffieren lassen.

Peter Waltenspül, Präsident Bio Zug, erklärt die Biogerste.

Peter Waltenspül, Präsident Bio Zug, erklärt die Biogerste.

Bild: Stefan Kaiser (Menzingen, 23. Juli 2021)

Ein Bus der Zuger Verkehrsbetriebe fuhr die Wandergruppe zur Brauerei, wo an zehn Tischen feine Wurstwaren, Käse und Bretzel auf sie warteten. Und es gab – natürlich – Bier, so viel wie das Herz beziehungsweise der ausgetrocknete Gaumen begehrte. Während des kulinarischen Genusses wurde der Weg von der Braugerste zum Bier detailliert aufgezeigt.

Eine Wiederholung ist fest geplant

Martin Uster, der Geschäftsführer der Brauerei, zog ein positives Fazit der erstmals durchgeführten Bierwanderung. Er betonte: «Die grosse Beteiligung an unserem Pilotversuch hat mich erstaunt. Diese Bierwanderung wird nicht die letzte gewesen sein.» Der Wanderleiter Marcel Hähni betonte: «Wir haben einen tollen Tag mit aufgestellten Leuten verbracht.» Claudia Jurt aus Benken SG war eine von ihnen. Sie verriet:

«Ich wollte Marcel Hähni wieder einmal treffen. Und das geht nur, wenn man an einer Wanderung teilnimmt.»